Teilnehmer des diesjährigen Turniers waren neben der austragenden Nation Deutschland der skandinavische Repräsentant Dänemark, das seit 2007 zum zweiten Mal antrat, die Slowakei, ein Dauergast in den letzten Jahren sowie der Debütant aus Österreich. Aus bekannten geopolitischen Gründen nahm Russland nicht am Cup teil und die sonst mitwirkende Schweiz war zum renommierten Karjala Cup in Finnland eingeladen, wo sie einen achtbaren zweiten Platz hinter Schweden erreichten.

Der letztmals in Krefeld ausgetragene Deutschland-Cup 2022 wurde zu einem Eishockey Fest für den Titelverteidiger und Gastgeber Deutschland. Das von Headcoach Toni Söderholm bestens vorbereitete DEB-Team setzte vom ersten Puck Einwurf an den schnellsten Mannschaftssport der Welt in hervorragender Manier um und verzückte die Fans mit einer sehenswerten und bemerkenswerten Performance. Die logische Folge von zahlreichen grandiosen Passstafetten, schnellem zielstrebigem Kombinationsspiel, bravourösen Blocks zum richtigen Zeitpunkt und souveränen Torwartleistungen war der verdiente Lohn an Standing Ovations der begeisterten Zuschauer.

Es war insgesamt eine nahezu perfekte Teamleistung, nichtsdestotrotz sollten einzelne Protagonisten etwas hervorgehoben werden dürfen: z.B. ein genialer Marc Michaelis mit Spielwitz, überragender Übersicht und vorausschauendem Puck Management. Außerdem ein grandioser Dominik Bokk, der Spielsituationen auf dem Eis ideal lesen und vorausschauen kann sowie über einen perfekten Schuss verfügt.

Die Eder Brüder harmonierten wunderbar auf dem glatten Parkett, alle jungen Akteure machten einen super Job, es fiel niemand leistungsmäßig ab. Es fand sich in Krefeld eine eingeschworene, eingespielte und vor Motivation sprühende Truppe, die mit allen vier Formationen unheimlich viel Spaß bereitet hat und beste Werbung für das deutsche Eishockey betrieb. Beste Offensive mit neun Toren und beste Defensive mit nur zwei Gegentreffern waren die Kirsche auf der Sahne.

Einziger Wermutstropfen, wenn man überhaupt davon reden kann, war die anfangs recht dürftige Zuschauerresonanz. Dieser Umstand war jedoch einem Donnerstagabend geschuldet und auch in der PENNY DEL nicht unbekannt. Dies ist aber Jammern auf sehr hohem Niveau und schmälert in keinster Weise das wiederum sehr gut organisierte und umgesetzte Turnier in der YAYLA Arena. Dafür gebührt den Organisatoren dieses Traditionscups ein großes Lob ebenso wie den fleißigen Volontären auf und neben dem Eis sowie in den Katakomben.

Der Turnierneuling aus Österreich erwies sich als erfrischender neuer Gast unter den vier Nationen und belegte einen ausgezeichneten zweiten Rang in der Abschlusstabelle. Ihre beiden Erfolge gegen die Slowakei und Dänemark ragten dabei heraus. Auch mit kleinem Kader überraschten die Alpenländler mit sehr guten Leistungen und hatten mit dem NHL-Star Marco Kasper einen herausragenden Spieler in ihren Reihen, der sein Können aufblitzen ließ.

Dänemarks Headcoach Heinz Ehlers legte den Fokus primär auf Ergebnisse: der Sieg gegen die Slowaken und der Punkt gegen den Titelverteidiger sprachen für sich. Für den Headcoach Craig Ramsay, Kultikone und Legende bei den Slowaken, zählte vorwiegend das Auftreten mit hoher Geschwindigkeit und Kreierung von Torchancen. Für ihn ging es darum, den Entwicklungsprozess seiner Jungs zu optimieren. Mit Adam Sykora stand auch ein Ausnahmetalent in seinem Line Up. Erwähnenswerte Randnotiz  ist auch die Tatsache, dass der mittlerweile 71-jährige Ramsay seine Autobiographie inzwischen publiziert hatte.

Wir freuen uns bereits jetzt auf den neu auserkorenen Standort in Deutschland, der ab 2023 dieses Traditionsturnier professionell repräsentieren wird. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, laut dem DEB-Präsidenten Mertens kann dies auch ein DEL2 Standort sein. Man darf gespannt sein, für welche Stadt man sich letztlich aussprechen wird.