Das deutsche Fraueneishockey-Nationalteam musste sich gegen eine von Beginn an stark und entschlossen auftretende österreichische Auswahl mit einem enttäuschenden 0:3 geschlagen geben.

Für karnevalistische Stimmung sorgte ein deutscher Fanblock, passend zum 11.11. mit Pauke ausgestattet. Beide Teams legten gleich ohne Abtasten los. Bereits in der 3. Minute nahm Alessandra Lopez für Österreich auf der Strafbank Platz. Doch das deutsche Team konnte daraus ebenso wenig Kapital schlagen wie knapp vier Minuten später bei einer Bankstrafe wegen zu vieler Spielerinnen auf dem Eis. Im zweiten Powerplay lief die Scheibe aber flüssiger.

Österreich drehte kurz vor und nach dem Power Break auf und übte Druck auf das deutsche Gehäuse aus. Doch spätestens Torfrau Sandra Abstreiter erwies sich als solider Rückhalt. Ihr Gegenüber Selma Luggin musste weniger Schüsse abwehren, zudem meistens weniger gefährliche.

Die dritte deutsche Überzahl begann stark, doch plötzlich liefen Anna Meixner und Theresa Schafzahl allein aufs deutsche Tor zu. Meixner ließ Schafzahl den Vortritt, die sich mit der 0:1-Führung bedankte. Mit einer Unterzahl 1,4 Sekunden vor der ersten Pause und diesem Rückstand gingen die Gastgeberinnen in die Kabine.

Das rot-weiß-rote Powerplay war das bis dahin beste, doch Sandra Abstreiter ließ nichts anbrennen. Österreich setzte weiter nach, und bis zum ersten deutschen Torschuss dauerte es einige Minuten. Doch auch das deutsche Powerplay im Mitteldrittel brachte zwar nichts Zählbares, war aber deutlich verbessert. Die Gastgeberinnen nutzten den Schwung und übernahmen die Initiative, endlich gab es mal eine längere deutsche Druckphase. Die Österreicherinnen verstanden es immer wieder den deutschen Stürmerinnen den Schwung zu nehmen, doch nach einer umkämpften Szene vor dem Tor der Gäste blieb die Scheibe nur wenige Zentimeter vor der Torlinie.

Jetzt zur Mitte des Spiels war Deutschland auf Betriebstemperatur angelangt. Plötzlich sprintete jedoch Lena Daubock in Richtung Tor, was nur noch per Notbremse unterbunden werden konnte. Anna Meixner scheiterte aber an Abstreiters stoischer Ruhe.

Doch Janine Weber nutzte das nächste Powerplay, der Puck rutschte über die Linie zum 0:2. Der Frust war den Deutschen angesichts des Ergebnisses trotz deutlich verbesserter Leitung anzumerken, und sie versuchten verbissen, etwas auf die Anzeigetafel zu bringen, was nicht gelang.

Es waren gerade einmal 17 Sekunden im Schlussabschnitt gespielt, als Sandra Abstreiter mit dem Schoner eine Glanztat vollbringen musste. Am Engagement mangelte es weiterhin nicht, doch die Österreicherinnen erwiesen sich weiterhin als unangenehme Gegnerinnen. Dem deutschen Team gelang es zu wenig, Gefahr auszustrahlen. Die besseren Chancen bis zum Powerbreak wieder aufseiten der Gäste.

Auch eine weitere von vielen Überzahlgelegenheiten nach dem Powerbreak wurde nicht genutzt, auch wenn es dieses Mal wieder knapp war. Es kam einfach zu wenig zustande. Die endgültige Entscheidung fiel in der 55. Minute mit dem 0:3 durch Janine Weber. Knapp zweieinhalb Minuten vor dem Ende musste Österreich die letzte Unterzahl hinnehmen. Doch auch diese und die Auszeit änderten nichts mehr am Ergebnis.

Insgesamt hatte man aufgrund vieler unsauberer Pässe und Scheibenverluste den Eindruck, dass Deutschland doch mit dem großen Druck und Nervosität zu kämpfen hatte, der bei Österreich kaum zu spüren war. Angesichts des Ergebnisses müssen die deutschen Frauen nun einen Weg finden, mit dem größer gewordenen Druck umzugehen. Die Gelegenheit dazu bietet sich am Samstag um 12:00 mit dem Spiel gegen Italien.

Deutschland – Österreich 0:3 (0:1, 0:1, 0:1)

Tore:
0:1 (18:35) #10 Theresa Schafzahl (#7 Anna Meixner)
0:2 (34:38) #20 Janine Weber (#24 Anja Trummer)
0:3 (54:55) #20 Janine Weber (#24 Anja Trummer)

 

Artikel: Tim Sinzenich