Österreichs Dameneishockey Nationalteam musste im zweiten Spiel der Olympia-Quali in Füssen eine knappe 0:1-Niederlage gegen Dänemark hinnehmen. Das Team von Jari Risku ist nun auf fremde Schützenhilfe angewiesen.

Dänemark startete mit aggressivem Forechecking in die Partie. Die Österreicherinnen waren zu Beginn in erster Linie mit der Defensive beschäftigt. Gestützt auf eine starke Torfrau Selma Luggin – die 19-Jährige sorgte mit einigen guten Abwehr-Aktionen für Sicherheit bei der rot-weiß-roten Auswahl – fand das Team in die Partie. Mit Fortdauer des ersten Drittels setzten die Österreicherinnen einige gefährliche Konter, jedoch ohne zählbaren Erfolg. Und so entwickelte sich ein Match auf Augenhöhe, ein Duell mit Playoff-Charakter und nichts für schwache Nerven. Im zweiten Drittel erhöhte das von Jari Risku betreute österreichische Team das Tempo und die Angriffe wurden zielstrebiger vorgetragen. Karolina Hengelmüller scheiterte mit einem knappen Fehlschuss.

Mitte des zweiten Abschnitts vergab Janine Weber die Chance auf die Führung. Österreich spielte nach einem Wechselfehler in Unterzahl. Und genau in dieser Phase schnappte sich Janine Weber nach einem energischen Forechecking den Puck, scheiterte aber an Dänemarks Torfrau Cassandra Repstock-Romme. Bei der nächsten Unterzahl-Situation hatte Tamara Grascher die nächste Chance auf einen Shorthander. Wenig später vergab Anja Trummer eine große Chance.
Großes Pech beim Gegentreffer

In Minute 38 fiel dann das 1:0 für Dänemark. Emma Hofbauer saß auf der Strafbank. Charlotte Wittich wurde bei einer Abwehr-Aktion gegen Silke Glud von der Linienrichterin zu Fall gebracht. Glud konnte auf Maria Peters passen, die zur Führung für Dänemark einnetzte.

Gleich zu Beginn des letzten Drittels eine heikle Phase in Unterzahl: Österreich wurde von Andersen und Co. lange in der Verteidigungszone beschäftigt. Das kräfteraubende Spiel – auch bedingt durch die Unterzahl-Spiele – machte sich bemerkbar. In dieser Phase konnten die Österreicherinnen nur vereinzelt Entlastungs-Angriffe starten, ohne wirklich gefährlich zu werden.

In Minute 50 die beste Ausgleichschance: Theresa Schafzahl spielte Esther Väärälä perfekt frei, sie scheiterte aus kurzer Distanz. Österreich kämpfte verbissen, Dänemark nahm die Zeit von der Uhr und setzte selbst immer wieder Nadelstiche. Selma Luggin hielt Österreichs Damen – bis sie ihr Tor für eine sechste Feldspielerin verließ – im Spiel.

Am Ende gewann Dänemark mit 1:0 und kann nun aus eigener Kraft mit einem Sieg gegen Deutschland die Fahrkarte zu den Olympischen Spielen in Peking lösen. Österreich muss auf Schützenhilfe des deutschen Teams hoffen und selbst am Sonntagnachmittag Italien (15:30 Uhr, live auf ORF Sport+ und LAOLA1) besiegen.

Anja Trummer, Stürmerin Österreich: “Wir haben uns von Minute zu Minute gesteigert, wir sind mit Dänemark mitgeskatet, wir haben voll dagegengehalten und hatten auch unsere Chancen, aber leider ist uns kein Tor gelungen. Wir müssen gegen Italien nicht viel ändern, wir müssen wieder gut eislaufen und wir müssen an unserer Chancenverwertung arbeiten!”

Jari Risku, Teamchef Österreich: “Ich bin stolz auf mein Team, aber wie heute jeder gesehen hat, war das das erwartet harte und knappe Spiel. Aber das Buch, die Geschichte ist noch offen. Wir bereiten uns jetzt auf Italien vor und wollen diese Partie natürlich gewinnen!”

 

 

Foto: Christian Diepold