Nach der ersten heißumkämpften Partie ging Außenseiter EC Bregenzerwald gegen Titelverteidiger EHC Lustenau am Samstag mit einem knappen 2:1 in das Rückspiel zum großen emotionalen Vorarlberger Showdown in der mit wegen Covid19-Beschränkungen mit 500 Fans “ausverkauften” Lustenauer Rheinhalle. Und so entwickelte sich im ersten Abschnitt zunächst ein ausgeglichenes Match. Ein vorsichtiges Abtasten gab es jedoch auch beim zweiten Finalspiel nicht.

Wie bereits im Hinspiel wurde den Fans schnelles Eishockey geboten, wieder ohne die jeweiligen Topscorer Chris D’Alvise und Roberts Lipsbergs. Beim EC Bregenzerwald kehrte Julius Nyqvist ins Line Up zurück, dafür fehlte der Schütze zum 1:1 am Mittwoch, Moritz Matzka. Bei den Gastgebern war David Slivnik wieder mit von der Partie. Weder weder Felix Beck noch Lustenau Goalie Hanses konnten sich über fehlende Arbeit beklagen. Den Bann brachen die vom kanadisch-britischen Trainer Mike Flanagan betreuten Lustenauer. Maximilian Wilfan brachte die Löwen mit 1:0 in Führung (16.) und stellte im Gesamtscore auf 2:2.

Der finnische Headcoach Markus Juurikkala vom EC Bregenzerwald hatte sein Team auch im Rückspiel sehr gut eingestellt, die Gäste warteten geschickt auf ihre Chancen. Knapp vor Ende des zweiten Drittels sorgte Philipp Pöschmann in Überzahl für den 1:1-Ausgleich für Bregenzerwald (39.). Die Lustenauer waren nun gezwungen, ihrerseits wieder mehr für die Offensive zu tun.

Das Derby blieb auch im Schlussabschnitt eine enge und heiße Kiste. Finnen-Import Waltteri Lehtonen ließ die Gäste mit dem 2:1 in Überzahl jubeln (46.). 4:2 im Gesamtscore, der Titel war zum Greifen nahe für die Wälder. Die Zeit lief gegen den EHC, was sich auch am angespannten Nervenkostüm zeigte. Erste Meinungsverschiedenheiten wurden noch verbal ausgetauscht, schließlich entluden sich die Spannungen in einem Knäuel aus Spielern vor ECB-Goalie Felix Beck. Philipp Koczera hauchte dem EHC Lustenau wieder Leben ein, er traf zum umjubelten 2:2-Ausgleich (55.). Danach riskierten die Hausherren alles, nahmen Goalie Erik Rickard Hanses vom Eis. Simeon Schwinger erzielte zwei Sekunden vor dem Ende das 3:2 für den EC Bregenzerwald (60.) und kürte damit den Außenseiter mit einem Gesamtscore von 5:3 nach zwei Finalspielen zum Österreichischen Meister der Alps Hockey League.

Guntram Schedler, Obmann und Co-Trainer des EC Bregenzerwald fasste die spannende und attraktive Finalserie nach Gewinn der Meisterschaft zusammen: “Wir sind unglaublich stolz auf die erbrachte Leistung unserer Mannschaft. Dass die Berichterstattung und die sozialen Medien den Fokus auf unsere Eigenbauspieler und nicht einen Import legen, ist wieder eine Bestätigung für unsere Arbeit in Sachen Entwicklung. Zum Beispiel war Simeon Schwinger beim INL Meistertitel bereits in unserem Kader und musste um einen Platz im Line Up kämpfen, mittlerweile hat er Nationalteameinberufungen hinter sich und gehört zum festen Bestandteil des ICE Hockey League Kaders der Bulldogs. Auch wenn er es mittlerweile schafft, einer Finalserie seinen Stempel aufzudrücken, ist es immer eine Mannschaftsleistung, die einen Titelgewinn überhaupt ermöglicht und so sollte der Verdienst aller Spieler, die hier mitgewirkt haben, nicht geschmälert werden. Es war eine kurze und spannende Serie, unsere Glückwünsche gehen selbstverständlich auch an den EHC Lustenau.”