Lukas Herzog ist raus aus dem Profigeschäft! Der 28-Järhige gebürtige Zeller muss seine Karriere aufgrund von zu starken Beschwerden nach einer Hüftverletzung an den Nagel hängen. Eishockeyonline.at Redakteur Mathias Funk hatte den Goalie, der seine Karriere bei den EK Zeller Eisbären begann und in der höchsten Spielklasse in Villach, Salzburg und Dornbirn fing, am Telefon. Dabei zeigte sich der international erfahrene Linksfänger ehrlich und auch emotional. In welche Richtung es für den Pinzgauer künftig geht, ließ er dabei offen.

Wie geht’s dir kurz nach der offiziellen Bekanntgabe deines Karriere-Endes?
Herzog: Es geht mir gut, danke. Ich kannte die Entscheidung ja schon länger und auch der Verein und der Freundeskreis wusste von meinem Vorhaben schon seit Dezember.

Du hast dich im Oktober 2020 operieren lassen. War damals schon klar, dass es schwierig werden könnte mit der Karriere?
Herzog: Sicher war das so. Nach einer solchen OP bestand die Gefahr, dass ich nicht mehr zu 100% fit werde. Allerdings habe ich immer daran geglaubt und in der Red Bull Akademie in Salzburg erhielt ich eine wirklich ausgezeichnete Reha, welche ich schon zwei Wochen nach dem Eingriff starten konnte. Da habe ich mich relativ schnell wieder fit gefühlt und ich wollte unbedingt spielen.

Wie hast du dann gemerkt, dass es für dich doch nicht mehr weitergehen kann?
Herzog: Anfang Dezember habe ich vermehrt gespürt, es macht alles wieder zu und es wird steif. Auch die Massagetermine wurden wieder mehr. Vor Weihnachten hatte ich dann nochmals mehrere MRTs und mehrere Ärzte in Vorarlberg haben mir gesagt, dass es schwer wird. Mein Hüftspezialist in Tirol hat mir dann nahegelegt, die Karriere an den Nagel zu hängen. Er hat sich die Bilder mehrmals angesehen, um sicherzugehen. Die Entscheidung fiel stets auf ein Ende der Karriere.

..puh, ein Schlag ins Gesicht für Lukas Herzog?
Herzog: Es ging, denn die Ärzte, mit denen ich davor schon gesprochen habe, haben mir ja immer gesagt, dass es schwer werden wird. Aber ich wollte ihnen nicht glauben, da sie nur die Bilder kannten. Als mich aber die Physios auch darauf eingestellt haben, wurde es mir immer mehr klar. Natürlich war es schwer für mich und ich war erstmal geschockt. Mittlerweile habe ich es aber schon verkraftet und ich fühle mich richtig gut, da ich keine Schmerzen habe.

Nun, welche Personen haben dich rund um deine Entscheidung begleitet?
Herzog: Ganz klar mein Vater. In der Weihnachtszeit war ich daheim und wir haben ganz viel und sehr lange darüber gesprochen. Die Gespräche mit ihm haben es mir dann auch erleichtert, diese Entscheidung zu treffen. Da stand dann die ganze Familie hinter mir und die Worte waren sehr offen. Würde ich weiterspielen, würde es immer schlimmer werden und es gibt auch ein Leben nach dem Eishockey. Demnach ist mir die Gesundheit schon viel wichtiger. Ich glaube, es war für meine Freundin schwieriger als für mich, sie kennt mich nur mit Eishockey.

Wie hast du das den Dornbirn Bulldogs, deinem aktuellen Verein, mitgeteilt und wie wurden deine Worte aufgenommen?
Herzog: Die erste Anlaufstelle war General Manager Alexander Kutzer. Ich war der Meinung, er muss es als erste Person im Verein wissen. Am nächsten Tag haben wir das dann der gesammelten Mannschaft mitgeteilt. Für viele kam das dann auch überraschend und dieser Moment wurde für mich dann auch echt emotional, auch wenn ich ein mögliches Ende immer wieder angedeutet habe. Die Reaktion vom Team hat mich sehr gefreut und die Jungs sind dann auch alle zu mir hergekommen, das war wirklich schön. Schließlich sieht man sich jeden Tag. Die Mannschaft ist fast wie eine zweite Familie.

Mit Blick auf deine Karriere, wer waren deine wichtigsten Begleiter?
Herzog: Auch hier würde ich wieder meinen Vater wählen, da er mir die Chance gegeben hat nach Villach zu gehen. Aber auch Markus Kerschbaumer, der mich zum VSV geholt hat, als ich 16 Jahre alt war. Auch in Salzburg hat er mich zwei Jahre lang begleitet, geholfen und immer unterstützt.

Du hast soeben zwei weitere Vereine angesprochen. Für Villach, Salzburg und Dornbirn warst du in der höchsten Spielklasse unterwegs. Was sind deine schönsten Erinnerungen?
Herzog: Ganz klar das erste Bundesliga-Match mit dem VSV. Da war ich noch kein Profi und musste trotzdem ran, weil sich beide Goalies zuvor verletzten. Auch als ich gehört habe, dass die Red Bulls an mir interessiert seien, war ein großer Moment. In Salzburg kommen die besten Österreicher zusammen und das hat mich natürlich geehrt. Dort zu spielen hat mir viel bedeutet.

Kannst du dich noch genauer an dein erstes Bundesliga-Spiel erinnern?
Herzog: Ja, das war eine enge Kiste gegen Szekesfehervar, welche Gerhard Unterluggauer in der Overtime mit dem 3:2 entschied.

Weg vom Eis. Wie geht’s für Luki Herzog weiter?
Herzog: Ich schalte jetzt mal ganz stark ab. Ich war jetzt viele viele Jahre unterwegs und hatte kaum freie Wochenenden. Natürlich müssen wir nicht viel darüber reden, dass man als Eishockey-Profi wirklich ein schönes Leben hat. Aber die Busfahrten nach Szekesfehervar zum Beispiel, werden mir fix nicht abgehen. Ich werde sehen in welche Richtung es für mich geht. Fakt ist, ich werde mir genug Zeit nehmen, um mir darüber Gedanken zu machen. Auch wenn es blöd klingt, ich möchte auch meinen Körper neu einstellen, denn die Defizite sind klar spürbar.

..also geht es vorerst ganz weg vom Eishockey?
Herzog: Ausschließen sollte man nie etwas.

Sorry Luki, aber das sind ganz klar drei Euro ins Phrasenschwein.
Herzog: (lacht) Nein, zurzeit sehe ich mich nicht wirklich beim Eishockey. Ich möchte mal normale Wochenenden mit der Familie und meiner Freundin haben. Aber sag niemals nie, vielleicht ergibt sich ja mal was. Ich habe viele Kontakte, die mir helfen können eine neue Aufgabe zu finden.

Beschreibe deine Karriere mit nur einem Wort..
Herzog: Spaß!

Einen Karrieremoment, den du gerne nochmals erleben möchtest, ist?
Herzog: Mein erstes Spiel in der Bundesliga mit dem VSV. Das war in Szekesfehervar ein 3:2 nach Verlängerung – Unterluggauer mit dem Game-Winner. Irre Szenen!

Fünf Fragen an Lukas Herzog:

Felix Beck wird..? ..seinen Weg machen, wenn er weiterhin hart arbeitet.
Bodensee oder Faaker See? Faaker See
Olympia in Peking “ja” oder “nein”? Nein.
Im April steht die Karl Nedved Trophy in? Schwierig. Aber ich denke in einer Stadt in Österreich.
Das bitterste Gegentor meiner Karriere war? Ich hatte einige doofe Gegentore, aber entscheidende Dinger waren glaube ich nie dabei.

 

 

Foto: GEPA