In der vergangenen Saison gab es bei AHL-Rückkehrer Zell am See viele Höhen und Tiefen. Am Ende zogen die Pinzgauer jedoch erstmals seit Bestehen der Alps Hockey League ins Viertelfinale der Playoffs ein und scheiterten letztlich denkbar knapp am EHC Lustenau. Viel Zeit zum Hadern blieb den Verantwortlichen jedoch nicht, quasi mit Schluss-Sirene begannen die Planungen der Macher des EKZ rund um den neuen Kader. Eishockeyonline.at Redakteur Mathias Funk hat die spielfreie Zeit genutzt und sich mit Eisbären-Geschäftsführer Patrick Schwarz sowie Kapitän Hubert Berger zum Interview getroffen. Die blau-gelben aus der Steinergasse blicken dabei nicht nur auf die abgelaufene Saison zurück, sondern haben den Saisonstart schon fest im Fokus.

Die Sommerpause ist in vollem Gange, wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Verlauf der Kaderplanung?

Patrick Schwarz: Ich bin sehr zufrieden. Wir konnten bislang mit zahlreichen Spielern verlängern und haben vom recht dünnen österreichischen Markt mit Benedikt Wohlfahrt, Laurin Müller und Wunschspieler Patrik Kittinger wirklich herausragende Spieler verpflichten können, welche unser Team absolut und ohne Zweifel verstärken werden. Auch im Importsektor waren wir aktiv und konnten mit Fredrik Widen, welcher ohnehin noch einen Vertrag für die kommende Saison hatte, sowie mit Jesper Akerman zwei ganz wichtige Säulen im Team halten. Hinzu kamen die Unterschriften der beiden finnischen Angreifer Tomi Wilenius und Aleksi Hämäläinen, welche unser Top-Duo in der Offensive bilden sollen.

Auch für die Spieler heißt es derzeit viel Training abseits der Eisfläche. Wie sehen die derzeitigen Trainingseinheiten aus und hat Martin Ekrt als Chefcoach hier sogar etwas vorgegeben, wie ihr eure Fitness aufrechterhalten sollt?

Hubert Berger: Für mich geht es momentan vier,- bis fünfmal in der Woche ins Fitness-Studio. Im Anschluss folgen teilweise Ausdauereinheiten, welche mich fit halten werden. Unser Trainer hat uns hier nicht wirklich einen Plan vorgegeben, jedoch haben wir die Möglichkeit, dass wir über unseren Fitness-Coach persönliche Trainingspläne erarbeiten, welche perfekt auf die einzelnen Spieler zugeschnitten sind. Allerdings muss ich schon sagen, dass ich bereits einige Sommerpausen erlebt habe und demnach auch sehr gut weiß, was mein Körper benötigt, um pünktlich zu Saisonbeginn topfit zu sein. Das ist natürlich auch in diesem Jahr wieder das Ziel.

Du hast deinen Vertrag beim EKZ verlängert und dem Klub gleich um zwei weitere Jahre die Treue geschworen. Was überzeugt dich vom Verein und welche Ziele verfolgst du mit den Eisbären?

Hubert Berger: Generell hat mir das erste Jahr hier in Zell am See mit meiner Rolle als Kapitän wirklich gut gefallen und es ist gleich einiges rund um den Verein passiert. Das hat mich einfach davon überzeugt, das Vertragsangebot über zwei Spielzeiten anzunehmen. Ich bin sicher, dass es in den kommenden zwei Jahren weiter bergauf gehen wird und wir in Zell gute Spielzeiten haben werden.

Nicht nur Kapitän, sondern auch Stütze! – Hubert Berger fühlte sich von Beginn an wohl im Pinzgau.

Nun bist du vergangenen Sommer nach sechs Jahren Großstadt in Ostdeutschland (Leipzig) ins idyllische Zell am See gezogen, der Unterschied dürfte riesig gewesen sein und dennoch hast du dich von Beginn an sehr wohl gefühlt, wurdest prompt als Neuzugang zum Kapitän ernannt und hast auch auf dem Eis gezeigt, was in dir steckt. Wie resümierst du deine erste Spielzeit in Blau-Gelb, war diese mit Trainerwechsel und Verletzung ja gleich außerordentlich turbulent.

Hubert Berger: Da ich aus einer eher ländlicheren Gegend komme, war die Umstellung eigentlich gar nicht so groß für mich und auch die Stadt Zell am See habe ich natürlich schon vor meinem Wechsel zum EKZ gekannt, deshalb habe ich mich hier schnell sehr wohlgefühlt. Ich glaube, dass das erste Jahr für mich, abgesehen von meiner Verletzung im Winter, wirklich gut gelaufen ist. Dass ich gleich zum Kapitän ernannt wurde, macht mich sehr stolz und ich habe die Verantwortung gerne übernommen, denn als Neuzugang ist das nicht üblich, diese Aufgabe im Team zu erhalten. Auch der Trainerwechsel war für mich eine neue Erfahrung, das hatte ich so als Profispieler noch nicht erlebt. Ich denke aber, dass solche Dinge in einer Mannschaft was auslösen können, da sich jeder einzelne Spieler nochmals neu beweisen muss und so frischer Wind durch das Team weht.

Nie hat der EKZ 2021/2022 eine Ligapartie ohne Verletzungen und Ausfälle bestritten und dennoch konnte am Ende der erstmalige Einzug ins Playoff-Viertelfinale seit Ligagründung der AHL erreicht werden. Welches Rezept machte am Ende den Unterschied?

Hubert Berger: Unser Kader war in der vergangenen Saison sehr ausgeglichen, so konnten wir glücklicherweise die ein oder andere Verletzung kompensieren. Natürlich nicht alle, besonders dann, als wir sechs bis acht Ausfälle auf einen Schlag aushalten mussten. Zum Schluss haben wir aber immer besser zusammengefunden und auch das System vom Trainer mehr und mehr funktioniert. Wir wussten immer, dass wir die Qualität besitzen und somit waren wir psychisch immer so eingestellt, dass wir das Viertelfinale erreichen können.

Patrick, du siehst das ähnlich? Vor rund 14 Monaten, noch vor dem Wiedereinstieg, hast du folgenden Satz gesagt: „Wir wollen trotz des geringeren Budgets konkurrenzfähig bleiben“. Nun war im Viertelfinale nach rasanten Partien und teils mehr als 2.000 Zusehern in der Halle auf Augenhöhe gegen Lustenau Schluss. Hast du das erwartet?

Patrick Schwarz: Ich wusste immer, dass wir speziell in der Breite des Kaders sehr gut aufgestellt sind. Wir hatten also nicht zwei,- oder drei Individualisten im Team, welche sich abheben, sondern wir hatten bis zur dritten und vierten Linie ein starkes Team mit sehr viel Ausgeglichenheit. Man hat also nicht unbedingt gespürt, wer in den ersten drei Reihen aufgestellt wurde, wenn wir mal komplett waren. Ich will ehrlich gesagt gar nicht daran denken, was gewesen wäre, wenn wir nicht so einen breiten Kader mit guten österreichischen Spielern gehabt hätten. So haben wir aber Salzburg im Pre-Playoff in zwei Spielen geschlagen, was für mich persönlich mit Abstand der schwierigste Gegner gewesen ist. Denn niemand spielt so ein hohes Tempo aus, wie die Bullen. Deshalb war das wirklich eine außerordentliche Leistung von dieser Mannschaft. Jedoch auch zurecht, mit diesem Kader musste man auch ins Viertelfinale kommen, wenngleich man auch sah, wie eng es in der Zwischenrunde zur Sache ging. Am Ende haben wir das aber richtig gut gemacht und unsere Stärke ausgespielt. Das Playoff-Ticket war somit wirklich verdient! In der Folge hatten wir eine enorme Stimmung mit einer extremen Euphorie in und um die ganze Mannschaft.

..dazwischen gab es aber viele Up and Downs..

Konstanz das größte Eisbären-Problem der abgelaufenen Saison    

Patrick Schwarz: Das stimmt! Grundsätzlich hatten wir in der vergangenen Saison sehr viele Höhen und Tiefen mit zahlreichen Leistungsschwankungen. Nach dem Trainerwechsel haben wir uns aber gemeinsam Schritt für Schritt aus der Schlinge gezogen und die Partien schlussendlich auch wieder siegreich gestaltet.

Zwischendurch, besonders aber nach der Heimniederlage gegen Wien, war eine enorme Leere in der Halle aber auch im Team und im Verein gespürt. Wie konnte dann das Zepter doch nochmals umgelegt werden?

Patrick Schwarz: Ich habe immer an diese Mannschaft geglaubt, denn wenn ich als Geschäftsführer nicht an das Team glaube, läuft etwas falsch. Nach dem Hinspiel habe ich mir noch nicht viele Sorgen gemacht, aber nach der Heimniederlage war ich sehr verärgert. Das war die schlechteste Leistung auf heimischen Eis in der ganzen Saison. Unser Auftritt war wirklich überheblich, was nicht heißt, dass ich die Leistung der Wiener schmälern möchte. Manche auf dem Eis dachten, weil wir die Duelle davor gegen Wien relativ klar gewonnen haben, wird es in dieser angesprochenen Partie auch so einfach von der Kelle gehen. Die Caps haben sich in der Saison allerdings sehr gut entwickelt und so haben wir gesehen, was wir gesehen haben. Wir waren in dieser Phase einfach nicht bereit, dennoch habe ich den Glauben zu keiner Zeit verloren.

Nochmals zurück zur Kaderplanung. Man hat sich von einigen Spielern getrennt wie z.B. Antons Sinegubovs, Adam Pauliny und Juuso Rajala, welcher in der abgelaufenen Spielzeit als Torgarant angekündigt, jedoch seine Topleistungen aus der DEL 2 nie wirklich abrufen konnte. Was waren schlussendlich die Gründe für eine Nicht-Verlängerung des Vertrags?

Patrick Schwarz: Juuso Rajala ist ein sehr guter Eishockeyspieler, welcher nicht nur läuferisch,- sondern auch technisch hervorragende Leistungen zeigen kann. In gewissen Momenten hat mir aber einfach das letzte Prozent gefehlt. Wenn man Juuso mit zwei starken Imports zusammenstellt, kann er sehr gute Spiele absolvieren. Allerdings ist er kein Führungsspieler, welcher ein Team antreiben kann. Diese Skills muss ein 33-Jähriger Kontingentspieler mit solchen Statistiken aus der DEL 2 abrufen können. Wir haben in ihm einen Leader gesucht, welcher er leider nie war. Er konnte sich zum Schluss zwar steigern, aber unsere Erwartungen nie erfüllen. Da gehört ja nicht nur das Spiel auf dem Eis dazu, sondern auch die Kabine und das Verhalten innerhalb des Teams. Deshalb war eine Vertragsverlängerung auch relativ schnell vom Tisch, da waren wir uns intern alle einig.

Mit Tomi Wilenius und Aleksi Hämäläinen hat man ja auch zwei hochkarätige Personalien gewinnen können, welche die freigewordenen Plätze im Angriff perfekt besütcken. Was erhoffst du dir vom finnischen Sturm-Duo und wieso war es dir ein besonderes Anliegen, Tomi zurück nach Zell am See zu lotsen?

Patrick Schwarz: Ich kenne Tomi Wilenius sehr gut, hat er 2019/2020 bereits in Zell am See gespielt. Wir haben im Frühjahr unsere Stärken und Schwächen analysiert, festgestellt, was uns gefehlt hat und haben speziell nach diesen Kriterien den Spielermarkt sondiert. Wir wollten unbedingt einen Mittelstürmer haben, welcher nicht nur Verantwortung übernehmen kann, sondern zusätzlich noch weiß, wie man den Körper gekonnt einsetzt. Auch bringt Tomi die „One-Timer-Qualitäten“ mit, welche wir letzte Saison so schmerzlich vermisst haben. Somit sind wir im Vorstand ausnahmslos davon überzeugt, dass Tomi diese Qualitäten mit sich bringen wird. Er ist also die perfekte Ergänzung und, weil er noch viele Kollegen kennt, muss hier nicht so viel Integrationsarbeit geleistet werden, wie bei Neuzugängen im Regelfall üblich. Tomi war unser absoluter Wunschspieler! Wir waren seit Januar mit ihm in Kontakt und so war es nur eine Frage der Zeit, bis er wieder bei uns unterschreibt und wir sind froh, dass er sich gegen die Angebote anderer Vereine und für uns entschieden hat. Wir konnten hier speziell mit unserem Konzept, aber auch dem Weg punkten. Diese beiden Dinge haben ihn von Beginn an überzeugt.

Neben Benedikt Wohlfahrt und Laurin Müller konnten auch zwei talentierte Perspektivspieler in die Bergstadt geholt werden, welche bereits im Oberhaus Erfahrung sammeln konnten. Dazu kam Patrik Kittinger aus Kitzbühel in den Pinzgau. Wie auch in den Jahren zuvor ist hier eine Linie zu erkennen, welche nicht nur kurzfristig gedacht wird. Aber wie sehr hast du gegrinst, als ausgerechnet Patrik Kittinger vom Ligakonkurrenten und Rivalen Kitzbühel seine Unterschrift am Zeller See setzte?

Patrick Schwarz: Speziell das Heim – Derby im Herbst ist mir im Hinterkopf geblieben, da hat er uns gleich drei Tore eingeschenkt. Auch körperlich und emotional hat er in dieser Partie sehr viel Präsenz gezeigt, was mich zusätzlich einfach von ihm als Spieler überzeugt hat. Exakt so ein Spielertyp hat uns in der letzten Saison gefehlt, welcher auch die nötige Härte in enge Partien bringen kann, Schüsse blockt und dennoch in der Offensive produktiv sein kann. Ich habe mir zusätzlich von ehemaligen Mitspielern zahlreiche Feedbacks geholt und was man auch miteinbeziehen muss ist die Tatsache, dass Patrik ein Rechtsschütze ist, welche es auf dem derzeitigen Markt nicht allzu viele gibt. Wir haben uns sehr um in bemüht, deshalb hatten wir bei den Verhandlungen am Ende die Nase vorn.

Bleibt auch im nächsten Jahr der Mann zwischen den Pfosten! – Max Zimmermann geht als Einsergoalie in die neue Saison.

Auch auf der Linie wurde viel verändert. Mit Max Zimmermann, Dominik Frank und Alois Schultes hat man drei starke Torhüter im Kader. Besonders die Verlängerung von Zimmermann hat einige in Eishockey-Österreich überrascht. Eine Bestätigung für die gute Arbeit im Verein?

Patrick Schwarz: Max weiß, was er an uns hat und ich bin fest davon überzeugt, dass er bei zwei oder drei starken AHL-Jahren wieder in die Ice Hockey League Thema wird. Speziell die Partien gegen Lustenau haben uns zu einer Verlängerung gedrängt, da hat er die Mannschaft mit überragenden „Saves“ über lange Strecken in den Partien gehalten. Somit sind wir gleich nach der Saison auf ihn zugegangen und haben ein Angebot unterbreitet. Er macht seine Sache im Tor wirklich sehr gut und wir sind froh, ihn bei uns in Zell am See halten zu können.

Ein Thema, welches dich im Sommer bislang ebenfalls beschäftigt hat, war die Punkteregelung in der Alps Hockey League, welche euch auch zu unangenehme Kaderentscheidungen zwang. Was genau liegt dir hier auf dem Herzen?

Patrick Schwarz: Die Bewertung der einzelnen Spieler liegt mir in diesem Thema einfach schwer im Magen. Das betrifft Spieler, welche seit acht Jahren in der Alps Hockey League spielen. Egal ob Leistungsträger, Ergänzungsspieler, zweite,- dritte oder vierte Linie. Du kannst deinen Kader mittlerweile einfach nicht mehr sportlich zusammenstellen, sondern musst nebenbei den Rechner zücken und anfangen mitzurechnen, vielleicht sogar auf einen Wunschspieler verzichten, weil der zu viele Punkte hat. Stattdessen muss man sich als Kaderplaner unter Umständen für einen anderen Spieler entscheiden, nur weil dieser weniger Punkte zählt und das ist sportlich einfach nicht nachvollziehbar. Aber was bleibt uns übrig? Wir haben uns damit abgefunden und werden trotzdem versuchen, die besten Lösungen für unseren Verein zu finden und ich denke, das ist bislang ganz gut gelungen. Ich hoffe aber dennoch, dass wir hier früher oder später eine vernünftige Lösung finden.

Hubert, du als Kapitän, wie denkst du über die bisherige Transferpolitik mit vielen jungen Österreichern, gespickt mit starken Imports und was glaubst du bringen die bisherigen Neuzugänge mit, was in der vergangenen Spielzeit gefehlt hat? Kennst du sogar schon den ein,- oder anderen?

Hubert Berger: Durch meine Zeit in Deutschland ist mir Tomi Wilenius natürlich ein Begriff, da wir auf dem Eis als Gegner die Schläger kreuzten. Er ist definitiv ein unangenehmer Gegenspieler und besitzt nicht nur eine ausgeprägte Technik, sondern auch einen starken Schuss. So kann er immer für viel Gefahr sorgen, ich bin mir also sicher, dass er uns definitiv weiterhelfen wird. Aleksi Hämäläinen wird uns ebenfalls stärken, da er in Finnland und Polen immer gut gepunktet hat. Beide machen uns sicherlich noch gefährlicher in der Angriffszone und besonders auch in Über,- und Unterzahl.

Zusammen mit Tobias Dinhopel, Philip Putnik, Daniel Ban und Co. zählst du zu den erfahreneren Spielern im Team. Liegt es dir, die jungen Spieler auf dem Eis gegen abgezockte Teams wie Lustenau, Ritten oder Jesenice zu führen?

Hubert Berger: Mit Antons Sinegubovs habe ich letzte Saison mit einem Spieler zusammengespielt, welcher quasi sein erstes Jahr im Herreneishockey absolvierte und ich bin ein Typ, der eigentlich mit allen Spielern in der Mannschaft gut auskommt. Egal ob junge oder erfahrene Kollegen, ich möchte einfach auf und neben dem Eis als Vorbild agieren, damit sich die „Jungen Wilden“ etwas abschauen können. Mein Motto ist: „Du musst selbst das machen, was du von den anderen erwartest.“ – somit gehe ich mit einem guten Beispiel voran und glaube demnach, dass mir diese Rolle doch ganz gut gefällt und auch zu mir passt.

Patrick, nun hast du dich als Geschäftsführer und Sportlicher Leiter im Sommer ja nicht nur auf den Spielermarkt konzentriert, sondern auch organisatorisch und infrastrukturell viele Dinge angepackt. Besonders der neue Fitness-Raum kam gut an. Nimm uns mal mit, was genau steckt dahinter?

Patrick Schwarz: Je besser das Umfeld, desto attraktiver ist der Standort! Wir müssen die Entwicklung der letzten beiden Jahre sehen, wo wir die Kabine renoviert haben und alles auf einen Top-Standard gebracht haben. Dazu kam der Kraftraum mit dem Regenerationsbereich inklusive Kältebecken und Sauna. Das ist einfach wichtig in dieser Liga, wo wir teilweise Dienstag, Donnerstag und Samstag um wichtige Punkte kämpfen. Regeneration kann man durchaus als „Waffe“ sehen und wenn man in einer Profiliga spielt, muss man auch in diesem Bereich ein hohes Niveau fahren. Als Geschäftsführer und Vorstandsmitglied fühle ich mich einfach dazu verpflichtet, unseren Spielern die bestmöglichen Verhältnisse zu ermöglichen. Wenn wir strukturell nicht alles bieten können, können wir auch von unseren Spielern sportlich nicht alles verlangen. Somit sind wir sehr glücklich, dass wir mit der Fremdenverkehrs GmbH (Freges) unter der Leitung von Oliver Stärz sehr kompetente Partner gefunden haben, die sich nicht nur wie wir weiterentwickeln wollen, sondern mit denen man auch noch gut zusammenarbeiten kann.

Auch für die Spieler ist es wichtig, wenn sich der Klub und die gesamte Organisation weiterentwickelt. Hubert glaubst du, dass solche Themen einen Einfluss auf Vertragsgespräche oder Spielertransfers nehmen?

Hubert Berger: Ganz sicher! Wenn man als Spieler weiß, dass die Infrastruktur passt und man gute Möglichkeiten hat, fällt einem die Entscheidung natürlich leichter. Auch für den Verein ist es immer gut, wenn sich die Spieler wohlfühlen, können diese dann ihre Leistungen besser abrufen und erfolgreicher auf dem Eis agieren.

Grundsätzlich war in der vergangenen Saison zu spüren, dass die Stadt und auch die Region Zell am See Kaprun das Eishockey in der KE KELIT Arena gut annimmt und auch wieder weiß: „hey, heute ist Eishockey!“. Die Zuschauerzahlen, speziell im Herbst, zeigten deutlich, der EKZ ist ein angesagter Klub in Salzburg. Spürt man das auch im Management bzw. im Büro, wenn das Alltagsgeschäft zuschlägt?

Patrick Schwarz: Mich motiviert es einfach, wenn die Menschen hier bei uns in Zell am See Freude am Eishockey haben und wir die Spiele gewinnen. Aber man sieht ja, was da eigentlich alles dahintersteht. Doch Statistiken lügen nicht! Wir hatten in der letzten Saison so viele Zuseher bei uns in der Halle, wie nirgendwo sonst. Da gehört neben dem sportlichen Auftreten auch die Vermarktung dazu. Am Ende des Tages geht es aber ums Gewinnen. Gewinnst du nicht, kommen die Leute nicht so zahlreich in die Halle. Man muss aber schon ganz klar sagen, dass die Euphorie, so wie wir sie in der letzten Spielzeit rund um unseren Viertelfinal-Einzug erlebt haben, die schönste war, seit ich im Verein bin, und ich bin schon sehr lange hier beim EKZ. Das war wirklich ein Wahnsinn und hat mich nicht nur noch mehr motiviert, sondern auch die Beine nochmals schneller gemacht. Auch für unser Image waren die Erfolge wirklich wichtig. Zusammen mit unseren Sponsoren wollen wir diesen Weg zweifellos weitergehen und an die Erfolge des Frühjahrs anknüpfen. Das ist unsere Aufgabe, an der wir Tag für Tag akribisch arbeiten! Die gesamte Organisation und auch der Vorstand, aber auch der Beirat geben nahezu tagtäglich alles, damit dieser Verein in Zell am See erfolgreich agiert. Das sind wir unseren Fans und Partnern einfach schuldig.

Alle wollten rein! – Die EK Zeller Eisbären bildeten 2021/2022 den Zuschauermagneten in der Alps Hockey League.

Auch für die Spieler dürfte es ein Genuss sein, wenn die Halle kocht. Gerade in den letzten Monaten, wo teilweise keine Zuseher erlaubt waren oder eben nur ganz wenige. Wie sehr pushen euch die eigenen Fans auf dem Eis? Oder blendet man das teilweise einfach aus?

Hubert Berger: Die Fans sind für uns ein riesiger Faktor und es macht auch einfach viel mehr Spaß, vor Zuschauern zu spielen als vor leeren Rängen. Wie du schon gesagt hast, pusht das jeden Spieler nochmals zusätzlich und so können wir auch die letzten Prozente auf dem Eis geben. Stimmung in der Halle ist wirklich sehr, sehr wichtig und wir hoffen, dass wir wieder die Unterstützung bekommen, wie zuletzt.

Die Liga musste sich vor kurzem von Feldkirch und Asiago verabschieden. Wie denkst du als Sportlicher Leiter über das neue Projekt in Vorarlberg und wie sehr hat dich der „Aufstieg“ von Asiago überrascht? War’s sogar überfällig?

Patrick Schwarz: Finanziell gehört Asiago absolut in die Ice Hockey League! An der Infrastruktur muss man hier vielleicht noch etwas nachbessern, aber das hat die Liga sicherlich vorausgesetzt. Wir können Asiago zum Aufstieg gratulieren, das ist für diesen Verein sicherlich eine extreme Bereicherung. Zu Feldkirch, also für die Pioneers, können wir ebenso eine Gratulation aussprechen. Das war über Jahre hinweg ihr Projekt, auch wenn ich am Ende doch etwas überrascht war. Finanziell hat man in Feldkirch einen guten Job gemacht und einiges in die Wege geleitet, um dieses Ziel zu erreichen. Auch nach dem Dornbirn-Ausstieg war es für den Westen des Landes sehr wichtig, wieder einen Standort im Oberhaus zu besetzen.

Wir machen aber kein Geheimnis daraus. Für uns als Eisbären ist es natürlich ein Verlust, dass es gegen die VEU immer spannende, traditionsreiche und stimmungsreiche Duelle gegeben hat.

Im vergangenen Jahr hast du gesagt, dass Asiago sowie damals Ljubljana und Pustertal den anderen AHL Teams überlegen sind. Nun sind alle drei im Oberhaus beheimatet. Ring frei für den EKZ? Oder ist zumindest die Chance auf einen Österreichischen Meister der Alps Hockey League so groß wie nie?

Patrick Schwarz: Ich denke, es ist immer für jeden alles offen, aber da spielen natürlich so viele Faktoren mit, wie zum Beispiel Verletzungen. Damit kennen wir uns ja sehr gut aus. Oder auch Dinge, die von außen beeinflussen wie die Covid-19 Pandemie. Das rüttelt selbstverständlich massiv am Tagesgeschäft. Wir haben natürlich unsere Ziele, welche wir im Vorstand definieren und irgendwann dann auch veröffentlichen. Wir werden sehen, was passiert. Viertelfinale darf,- oder wird aber schon wieder unser Ziel sein. Mehr kann ich dazu aber nicht sagen.

..und wie sieht’s beim Kapitän aus?

Hubert Berger: Ich sehe das eigentlich auch so wie Patrick, dass Playoff-Hockey unser Ziel sein sollte. Und ich bin sicher, dass das mit unserer Mannschaft auch möglich ist, da wir genug Qualität besitzen. Als Eishockeyspieler ist Playoff-Zeit einfach die schönste des Jahres und da wollen wir unbedingt wieder hin.

Interview: Mathias Funk / Fotos: EKZ