Die Straubing Tigers stehen vor dem größten Spiel ihrer bisherigen Geschichte. Kein Geringerer als der viermalige Gewinner der Champions Hockey League empfängt heute um 18:05 Uhr die Niederbayern in Göteborg. Frölunda HC gewann den Pokal in den Jahren 2016, 2017, 2019 und 2020 und ist erst ein einziges mal im Achtelfinale gescheitert.

Tigers-Gegner Frölunda, verlor in der K.O. Phase nur ein einziges Mal gegen ein nicht schwedisches Team. Dies wird sicherlich eine Herkules Aufgabe für die Straubinger, die völlig zurecht, die Runde der letzten sechzehn erreicht haben. Dennoch herrscht im Team schon seit Tagen Vorfreude auf das Duell. Wir konnten mit Marcel Brandt noch kurz vor dem Abflug nach Schweden ein Gespräch führen. Nicht nur bei ihm ist die Vorfreude groß.

Marcel, wie hast du die Auslosung erlebt und was war der erste Gedanke, als Frölunda als Gegner gezogen wurde?
Marcel Brandt (MB): Wir haben es alle am Bildschirm verfolgt und es war ein super Gefühl als klar wurde, dass wir nach Schweden reisen dürfen.

Wann werdet ihr die Reise nach Schweden antreten und wie ist der Ablauf?
MB: Wir werden am Montag noch einmal in Straubing auf das Eis gehen, danach geht der Flieger und in Göteborg gibt es dann am Dienstag noch eine Trainingseinheit.

Wie sieht die Vorbereitung auf den Gegner aus?
MB: Wir sehen uns viele Videos vom Gegner an, vor allem von den letzten Spielen. In den letzten Trainingszeiten wurde auch dementsprechend trainiert, sodass wir uns schon etwas auf den Gegner einstellen konnten. Aber es ist trotzdem schwierig, wenn du gegen ein Team antreten musst, gegen dass man noch nie gespielt hat. Ich denke, nach dem Hinspiel wissen wir mehr über unseren Gegner.

Vom Gefühl her kommt dieses Spiel zur richtigen Zeit. Die Tigers sind nach einem langsamen Start, so wie es Tom Pokel bezeichnete, wieder völlig in die Spur gekommen. Wie siehst du das?
MB: Darüber wurde viel gesprochen. Der Start in die Liga war auch nicht optimal. Vielleicht lag es auch daran, dass wir den Fokus zu Beginn der Saison zu sehr auf die Championsleague gelegt haben. In der DEL hat es dann eben nicht so funktioniert. Aber wir sind in den Flow zurückgekehrt von der letzten Saison. Auch bei fünf gegen fünf sind wir jetzt viel konstanter. Unser Manko war sicherlich auch die Defensive. Allein dass wir in den letzten sechs Spielen weniger Gegentore bekommen haben, als in den ersten zwölf Spielen, zeigt genau den Aufschwung, den wir haben. Die fünf Tage Pause kamen ebenfalls zum richtigen Zeitpunkt.

Dazu kommt euer starkes Powerplay. Wie wichtig ist es auch für den Kopf, dass man weiß, dass die Spezial-Teams so gut funktionieren?
MB: Natürlich haben wir nicht umsonst eine Quote von über 30% in der Liga. Auch in der CHL haben wir eine sehr gute Quote. Dennoch dürfen wir uns nicht darauf ausruhen. Wie wir kürzlich gegen München gesehen haben, kann es auch einmal gar nicht funktionieren. Wir wollen einfach den Schwung aus den letzten Spielen mit nach Schweden nehmen und dort versuchen, was zu reißen.

Wie sieht es innerlich bei Marcel Brandt aus? Kribbelt es schon?
MB: Die Freude auf die europäisch beste Mannschaft ist nicht nur bei mir extrem groß. Die ganze Mannschaft freut sich auf dieses Duell. Es ist einfach phänomenal, wenn du gegen so ein Team antreten darfst. Auch für den Verein ist es sicherlich ein Highlight. Zwar hat jeder vor der Auslosung gedacht, es müsste jetzt nicht direkt Frölunda werden, aber im Nachhinein bin ich sogar sehr froh darüber.

Interview: eishockey-online.com
Foto: City-Press