Die Schweizer Eishockeynationalmannschaft entschied auch das dritte Spiel für sich , wenn auch das Resultat äusserst knapp ausfiel. Und trotzdem zogen die Eidgenossen mit diesem dritten Sieg punktgleich mit Kanada.

Die erste Möglichkeit der Schweiz bot sich Denis Malgin nach nur einer Minute an. Dann blieb das Spiel lange harzig und ohne nennenswerten Möglichkeiten, bis Timo Meier nach der Hälfte des ersten Drittels beinahe reüssierte. Doch auch vor Sandro Aeschlimann wurde es mit der Zeit immer brenzliger, die Schweizer Defensive hielt aber dem Druck stand. Auf beiden Seiten fehlten im ersten Abschnitt die ganz zwingenden Chancen.

Das sah im Mittelabschnitt schon deutlich besser aus. Andres Ambühl auf der einen, Anton Sagadeyev auf der anderen Seite scheiterten aus guten Abschlusspositionen. Jonas Siegenthaler brachte den Puck in der 24. Minute in Richtung Tor, Philipp Kurashev mit einem Tip zu Denis Malgin, der den Puck nur noch ins Tor schieben musste zum 1:0. Dieser Treffer brachte den Schweizern Aufwind. So gelang Kurashev erneut ein gefährlicher Ablenkungsversuch und Christoph Bertschy wie auch Malgin blieben wenig später sogar in Unterzahl am kasachischen Torhüter Andrei Shutov hängen. Richtig gefährlich wurde es im ersten Schweizer Powerplay, als Janis Moser und später auch Fabrice Herzog mit einem Lupfer scheiterten. Dann aber tankte sich Dario Simion in der 35. Minute an der offensiven blauen Linie duch und versenkte den Puck eiskalt. Die Kasachen waren in diesen 20 Minuten deutlich unterlegen.

Nikita Mikhailis verpasste den Anschlusstreffer knapp. Yegor Shalapov musste raus. In Unterzahl konterten die Kasachen durch Jesse Blacker, der Aeschlimann überlistete. Dem Treffer ging ein Scheibenverlust von Timo Meier voraus. Die Schweizer bemühten sich und liessen sich nicht beirren. Auch in Unterzahl gab es Chancen für das Team von Patrick Fischer. Herzog und Suter kamen an der Wand Shutov nicht vorbei. 4 Minuten 21 vor Schluss stellte Herzog dann den 2-Tore-Vorsprung wieder her. Doch die Kasachen reagierten nochmals durch Valeri Orekhov, der Aeschlimann alles andere als gut aussehen liess. Die Schweiz brachte den Vorsprung über die Zeit und zieht damit gleich mit Kanada.

Dienstag, 17. Mai 2022
Schweiz – Kasachstan 3:2 (0:0|2:0|1:2)

Tore:
1:0|24.|Denis Malgin (Kurashev, Siegenthaler)
2:0|35.|Dario Simion
2:1|46.|Jesse Blacker SH1
3:1|56.|Fabrice Herzog (Ambühl)
3:2|58.|Valeri Orekhov (Mikhailis, Valk)

Österreich besiegt Tschechien nach Penaltyschießen – Schneider der Matchwinner

In der Tampere Nokia Arena duellierten sich heute Tschechien und Österreich, das erst durch die Absage an Russland in diese 85. Weltmeisterschaft nachrückte. Die Tschechen um ihren neuen finnischen Headcoach Kari Jalonen hatten das ganz klare Ziel einer Medaille vor Augen nach ihrer viel zu langen Durststrecke ohne Edelmetall seit 2012, als man bei der WM in Finnland/Schweden Dritter wurde. Vielleicht war dies ein gutes Omen für die mit etlichen Altstars vollgespickte tschechische Mannschaft. Alles andere als ein Sieg gegen den Außenseiter Österreich wäre eine große Enttäuschung nicht nur in der Heimat.

Die Tschechei trat mit dem hohen Anspruch einer Goldmedaille in Finnland an. Nach dem Pflichtsieg gegen die Briten gab es eine bittere Pleite gegen Schweden, obwohl man schon geführt hatte. Ein fahriges Mitteldrittel mit frühen Strafen ließ die Begegnung jedoch unnötig kippen und nun sollte gegen den Nachbarn aus Österreich die schnelle Wiedergutmachung folgen. Die Alpenländer konnten bei der WM befreit aufspielen, hatten aber ganz klar den Fokus auf den Klassenerhalt gerichtet, was ihnen 2018 in Dänemark gelang. Mit ihrem Denker und Lenker Lebler rechneten sie sich auch heute gegen die noch nicht gut harmonierende Tschechei einiges aus. Auf Athletik wurde bei Team Österreich großer Wert gelegt.

Österreich konnte befreit aufspielen, war aber auch nicht zu unterschätzen nach ihrem Ausrufezeichen gegen die USA. Der vermeintliche erste Treffer durch Stransky wurde korrekterweise nicht gegeben wegen Torraumbehinderung. Tschechien agierte sehr fahrig und wirkte wenig eingespielt, was sich auch in zwei schwachen Powerplays zeigte. Oldie Cervenka erlöste dann seine Farben in der 18. Spielminute und erzielte seinen ersten Treffer bei dieser WM nach bislang 6 Vorlagen, womit er aktuell auf Rang eins der Top Scorer liegt.

Torschütze Cervenka konnte oft ungehindert abziehen, obwohl Österreich über seine Gefährlichkeit hinreichend gewarnt waren. Der hohe Favorit tat sich weiterhin extrem schwer und ließ viel Klasse und Qualität vermissen, es war eine enttäuschende, uninspirierte Vorstellung, was nicht nur ursächlich mit der Reihenumstellung durch Jalonen zusammenhing. Je länger die Partie mit diesem engen Spielstand andauerte, desto mehr trauten sich die Österreicher zu, auch wenn Krejci mal den Außenpfosten anvisierte. Stanley Cup Sieger Vrana war noch der Aktivposten im tschechischen Team, doch zu oft war es Stückwerk, was die Stars aufs Eis brachten. Österreich verkaufte sich im Rahmen seiner Möglichkeiten sehr gut und hielt das Spiel weiterhin offen.

Zu Beginn des Schlussabschnitts musste Cervenka gleich mal in die Kühlbox, DIE Chance für den Ausgleich, doch es war noch viel Luft nach oben im Powerplay. Dennoch erwies sich Österreich als Party Crasher für die Osteuropäer, die extrem viel Probleme gegen die leidenschaftlich kämpfende Alpenrepublik hatte. Das Team um Coach Bader witterte Morgenluft und investierte gegen Ende hin mehr. Feldner hatte die große Chance zum Ausgleich, der dann tatsächlich 38 Sekunden vor dem Ende zustande kam, unfassbar aber wahr: Im Getümmel vor Vejmelka bugsierte ihr Star Lebler die Scheibe noch ins Gehäuse. Es war ein Tor des eisernen Willens und Team Austria verdiente sich die Verlängerung redlich, in welcher Starkbaum ganz stark gegen Ronek parierte.

Das Penaltyschießen musste die Entscheidung bringen: hier traf nur Schneider und Österreich düpierte den Favoriten; es war der erste Sieg nach 2001.

Dienstag, 17.05.2022
Tschechien – Österreich 1:2 n.P. (1:0|0:0|0:1|0:0|0:1)

Tore:
1:0 |18| Cervenka (Blumel, Kundratek)
1:1 |60| Lebler (Heinrich, Schneider)
1:2 |65| Schneider Penalty

Artikel: Roman Badertscher / Hermann Grassl
Foto: Läzdäns