Zum heiß erwarteten Champions Hockey League Achtelfinal-Match gegen den Rekordchampion aus Schweden, dem HC Frölunda, standen die Vorzeichen schon vor Spielbeginn auf keinem guten Stern. Mannheim musste auf Grund eines Corona-Ausbruches auf diverse Spieler verzichten und auch Chefcoach Pavel Gross war nicht zugegen. Plachta, Katic, Wolf, Akdag, Bast, Desjardins, Krämmer und Szwarz hießen die namenhaften Corona Ausfälle auf Seiten der Adler, dazu gesellen sich die angeschlagenen Wohlgemuth und Iskhakov. Neben Pellegrims stand Marcel Goc als Co an diesem Abend parat.

Frölunda dagegen reiste mit seinem derzeit fast kompletten Kader zum Auswärstspiel in Nordbaden. Im Kader der Schweden, die auch seit Jahren immer wieder Top Talente wie Lucas Raymond, Teamkollege von Moritz Seider, hervorbringen, fanden sich Spieler wie Ryan Lasch und Joel Lundqvist. Wie der deutscher Vertreter besetzen auch die Schweden aktuell den ersten Platz in der SHL und ist einer der Top Adressen außerhalb der NHL im Welteishockey.

In den ersten fünf Minuten geschah recht wenig auf dem Eis, einzig Spacek näherte sich Brückmann mit einer Chance. Frölunda übernahm gleich das Spiel und Mannheim war auf Konter aus. Plötzlich fing Borna Rendulic einen Pass im gegnerischen Drittel ab, ließ eine Verteidiger stehen und schloss zur überraschenden Führung ab. Kurz danach machten die Schweden schon den Ausgleich. Oldie Lundqvist schloss im Powerplay zum 1:1 ab. Von der Strafbank fernhalten sollte das Motto lauten, vor allem nachdem schon das erste Powerplay verwertet wurde. Melart hielt sich leider nicht daran und es klingelte erneut in schwedischer Überzahl, Carlsson war der Torschütze. Wiederum nur eine Minute später eine weiteres Powerplay für Frölunda. Zum Glück überstanden die Kurpfälzer dieses schadlos und hatten sogar eine sehr gute Unterzahlmöglichkeit durch den Finnen Lehtivuori. Zwar hatte der Tabellenführer der DEL auch noch eine Möglichkeit in Überzahl, doch am Ende blieb es beim 1:2 Rückstand nach dem ersten Drittel.

Zu Beginn des zweiten Drittels hob Lasu die Kelle in einen Querpass, aber Brückmann war auf dem Posten. Bis zur nächsten Chance vergingen einige Minuten in denen das Spiel ausgeglichen war. Ryan Lasch bekam nach sieben Spielminuten im zweiten Abschnitt einen Penalty Shot zugesprochen, nachdem ein Adler Verteidiger den Puck im Torraum mit der Hand bedeckt hatte. Lasch traf zum 1:3 und nur 42 Sekunden später sogar das 1:4 durch Lasu im Nachfassen. Das Spiel war nun natürlich gelaufen. Frölunda war haushoch überlegen und Mannheim kam kaum noch ins gegnerische Drittel. Logisch auch die Schussstatistik zu diesem Zeitpunkt von 3 zu 19. Ein erneutes Powerplaytor folgte zum 1:5 durch Söderblom. Der schwedische Topclub nahm in den letzten Spielminuten des zweiten Drittels etwas Tempo raus ohne jedoch die Mannheimer zu großen Chancen kommen zu lassen.

Nach 24 Sekunden im letzten Drittel fiel schon der nächste Treffer. Mursak vergab noch im eins gegen eins, doch der Puck sprang von der Bande zurück und Henriksson vollendete. Das 1:7 ließ nicht lange auf sich warten, Lasch klaut Bergmann die Scheibe und legt auf den Torschützen Söderblom. Weiter ging das muntere Scheibenschiessen. Niederbach staubt zum 1:8 ab. Frölunda ließ die Zügel wieder etwas lockerer und so kam Mannheim zumindest etwas ins Spiel und verbuchte den einen oder anderen Schuss auf den bis dahin arbeitslosen Tomkins. Dennoch klingelte es wieder im Mannheimer Kasten. Das 1:9 durch Sundström im Powerplay drei Minuten vor Schluss. Als Krönung kassierten die Adler in eigener Überzahl durch Carlsson sogar den Endstand zum 1:10.

Wieder einmal, wie schon zuletzt in der DEL, muss über den Sinn solcher Spiele diskutiert werden. Natürlich sind die Regeln einzuhalten und auch eingehalten worden, aber die Zuschauer sowohl in der Halle als auch am TV und insbesondere in einem Champions Hockey League Achtelfinale wollen hochklassiges Eishockey sehen und nicht ein Spiel welches im Prinzip vor dem Beginn entschieden war und ein Team welches hoffnungslos unterlegen war.

 

Foto: City-Press