Die österreichische Nationalmannschaft unterlag im ersten Spiel an der Weltmeisterschaft in Finnland gegen dezimierte Schweden. Peter Schneider erzielte für Österreich den einzigen Treffer.

Die österreichische Nationalmannschaft erwischte keinen guten Start ins Spiel. Nach nur 128 Sekunden eröffneten die Schweden durch Joel Kellman das Skore für die Tre Kronor. Es wurde in der Startphase noch brenzliger, als Erik Gustafsson die nächste Chance auf dem Stock hatte und wenig später Carl Klingberg nach einem Scheibenverlust in der eigenen Zone nur die Torlatte traf. Immerhin: die Schweden konnten in den Powerplays, die sie dank Strafen der Österreicher bekamen, nicht ausnützen. Und kurz vor der ersten Pause war es Peter Schneider, der mit einer Einzelaktion von der Seite den Anschlusstreffer erzielte.

Dieser Anschlusstreffer aus dem ersten Drittel beflügelten die Österreicher und waren bei der Strafe gegen Henrik Tömmernes mehrmals nahe am Ausgleich. Brian Lebler scheiterte doppelt nur an wenigen Zentimetern. Österreich war im Spiel, hielt gut mit, doch für den Ausgleich reichte es nicht. Es waren die Schweden, die nach Spielhälfte wieder die Überhand gewannen und dank dem Vorstoss von Gustafsson und dem 3:1-Tor von Joakim Nordström die Richtung vorgab.

Auch zu Beginn des Schlussdrittels waren die Schweden über längere Zeit überlegen. Bernhard Starkbaum hielt stark und bewahrte Österreich vor weiteren Gegentreffern. Die Schweden waren nicht mehr äusserst konsequent vor dem gegnerishcen Tor und so kam Österreich kurz vor Schluss noch zu einer sehr guten Möglichkeit, das Skore zu verkürzen. Schliesslich änderte sich am Spielstand aber nichts mehr. Die Schweden gewannen ihr erstes Pflichtspiel – dezimiert mit drei Linien – gegen aufopfernde Österreicher.

Samstag, 14. Mai 2022
Schweden – Österreich 3:1 (2:1|1:0|0:0)

Tore:
1:0|03.|Joel Kellman (Bengtsson, Klingberg)
2:0|17.|Max Friberg (Kellman)
2:1|20.|Peter Schneider (Henrich)
3:1|33.|Joakim Nordstrom (Brome, Gustafsson)

Schweiz siegt gegen Italien

Die Schweizer Nationalmannschaft startete gegen Italien in das diesjährige WM-Turnier. Trotz klarer Überlegenheit hielten die Italiener stark dagegen und liessen nicht viel zu. Schliesslich gab es einen 5:2-Sieg für die Schweiz.

2012 und 2013 war Helsinki bereits Standort der Eishockey-Weltmeisterschaft, jeweils zusammen mit der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Vor genau zehn Jahren war es keine erfolgreiche WM für die Schweizer Nationalmannschaft. Sie verlor in Helsinki unter anderem in der Vorrunde gegen Frankreich und die Slowakei, was schliesslich die Viertelfinal-Qualifikation kostete. Ein Jahr später startete die Schweiz dann in Stockholm, gewann alle Vorrundenspiele und führte die Tabelle vor Kanada an. Im Viertelfinale bezwang man Tschechien (2:1) und im Halbfinal die USA (3:0), scheiterte aber dann an den Schweden im Finale mit 1:5 deutlich. Heuer starteten die Schweizer in Helsinki durchaus besser ins Turnier.

Denn es vergingen nur 49 Sekunden bis Denis Malgin mit Speed anlief, von Dario Simion aus der neutralen Zone lanciert wurde und Torhüter Andreas Bernard ein erstes Mal bezwang. Die nächsten Möglichkeiten hatten Timo Meier und Dominik Egli auf der Stockschaufel. Daniel Mantenuto versuchte einen Konter für Italien auszunutzen, was nicht gelang. Die Italiener tauchten im ersten Powerplay gefährlich vor Reto Berra auf, Phil Pietroniro traf die Latte! Dann nahm der Druck der Schweizer wieder zu. Meier verpasste, aber Calvin Thürkauf erhöhte auf Pass von Enzo Corvi auf 2:0. Simon Kostner konnte Thürkauf nicht mehr am Abschluss hindern. Die Video-Review zeigte auch ein reguläres Tor, es war keine Kickbewegung erkennbar. 18 Sekunden vor der Pause lenkte Andres Ambühl einen Schuss von Jonas Siegenthaler unhaltbar ab. Auch hier gab es eine Video-Review und auch in dieser Situation wurde der Treffer gegeben.

Nach dem ersten Drittel nahm der Druck der Schweiz nicht ab. Philipp Kurashev war nach einem Pass von Thürkauf nahe am vierten Treffer. Mehrere Chancen konnte Bernard noch verhindern, doch dann lenkte Thürkauf einen Weitschuss von Kurashev unhaltbar ab. 4:0! Gleich darauf prüfte Nico Hischier den italienischen Torhüter. Bernard vereitelte die Chance des Captains und verhinderte trotz immensem Schweizer Druck ein noch höheres Resultat. Die Italiener selber verzeichneten selten einzelne Aktionen, die aber allesamt wenig gefährlich waren. Dafür standen sie defensiv sehr gut und verhinderten mehrmals Schweizer Grosschancen aus dem Slot heraus.

Auch im Schlussdrittel liess der Druck der Schweizer nicht nach. Allerdings fehlte oftmals die Effizienz im Abschluss. Die Schweizer wirkten teilweise zu verspielt. Daniel Glira erzielte in der 49. Minute entgegen dem Spielverlauf der Ehrentreffer. Kurz vor Schluss gelang Captain Hischier doch noch ein Tor. Meier verzögerte an der Seite, brachte den Puck aber trotzdem zur Mitte, wo Hischier richtig stand und dieser direkt zum 5:1 abschloss. Aufgrund einer Strafe von Denis Malgin gelang den Italienern ein schön herausgespielter Powerplaytreffer durch Dante Hannoun. Nichtsdestotrotz hätte die Schweiz mit 47 Torschüssen mehr rausholen können. Wir sind gespannt, wie sich die Eidgenossen im weiteren Turnierverlauf steigern. Morgen trifft Patrick Fischers Nati auf Dänemark.

Samstag, 14. Mai 2022
Schweiz – Italien 5:2 (3:0|1:0|1:2)

Tore:
1:0|01.|Denis Malgin (Simion, Siegenthaler)
2:0|18.|Calvin Thürkauf (Corvi, Siegenthaler)
3:0|20.|Andres Ambühl (Siegenthaler, Scherwey)
4:0|27.|Calvin Thürkauf (Kurashev, Scherwey)
4:1|49.|Daniel Glira (Hannoun, McNally)
5:1|59.|Nico Hischier (Meier)
5:2|59.|Dante Hannoun (Simon Kostner, Petan) PP1

Deutschland im Turnier angekommen!

In der Helsinki Ice Hall duellierten sich im zweiten Vorrundenspiel die Teams aus der Slowakei und Deutschland. Die Slowaken starteten holprig mit einem Arbeitssieg gegen Frankreich, während die DEB Auswahl gegen den amtierenden Weltmeister Kanada am Ende den Kürzeren zog. Die deutsche Mannschaft musste heute unbedingt versuchen, wichtige Punkte gegen einen direkten Konkurrenten um den Viertelfinaleinzug einzufahren. Schließlich besiegte eine aufopferungsvoll kämpfende deutsche Mannschaft die Slowakei mit 1 zu 2 und bescherte sich damit die ersten drei Punkte im Turnier.

Die Slowakei musste im Match gegen den Außenseiter Frankreich hart kämpfen, um letztlich als Sieger vom Eis zu gehen. Die Paradereihe um Regenda und die beiden jungen Super Stars Slavkovsky und Nemec funktionierte bereits hervorragend, was sich in deren Punkteausbeute widerspiegelte. Ihr etatmäßiger Headcoach und Urgestein Ramsay vertraute auf viele Akteure, die bereits bei der letzten WM und Olympia ihr Land vertraten und demzufolge ein eingespieltes Kollektiv bildeten. Nach 2012 wollten die Slowaken endlich wieder eine Medaille mitnehmen, welche ihnen ihr Goalie Rybar bei Olympia in Form von Bronze festhielt. Kapitän Tatar fungierte als kreativer Lenker und Respektsperson für die jungen Spieler, die ihm stets aufmerksam zuhören.

Team Deutschland lieferte den Kanadiern gestern einen tollen Kampf, konnte sich aber für die bravouröse Aufholjagd im letzten Drittel nicht mehr belohnen. Es war ein solider Auftritt der Jungs um Headcoach Söderholm gegen den aktuellen Champion. Heute mussten sie darauf achten, unnötige Scheibenverluste an der eigenen blauen Linie zu vermeiden, die gestern eiskalt bestraft wurden. Hoffnung macht der DEB Auswahl das gewonnene letzte Drittel gegen den Weltmeister; mit diesem positiven Gefühl sollte heute was Gutes entstehen. Auf das bereits gut harmonierende NHL Trio Seider, Stützle und Michaelis baute das DEB Team auch heute.

Ausgeglichenes und kampfbetontes Anfangsdrittel

Es versprach zwischen diesen beiden Mannschaften immer ein spannendes Match auf Augenhöhe zu werden. Beide Teams traten mit unverändertem Line Up zum gestrigen Auftakt an. Körperbetontes Auftreten gepaart mit guter Chancenverwertung und einem gutem Goalie Rückhalt waren heute die wichtigen Zutaten im deutschen Spiel.

Die DEB Auswahl startete forsch und setzte mit gesunder Physis erste Zeichen. Grubauer parierte den ersten Schuss souverän und ließ keinen Rebound zu. Beide Fanlager waren schon in bester Stimmung und sorgten für eine tolle Atmosphäre zu Beginn. Rybar war dann gefordert bei einer guten Einschussgelegenheit und kurz danach verfehlte Michaelis knapp. Bis zum ersten Powerbreak hatte Deutschland mehr vom Spiel und verbuchte die besseren Gelegenheiten. Der Spielaufbau des DEB Teams war bisher sehr geradlinig.

Schade, denn Loibls Spielgerät brach in bester Abschlussposition. Auf der Gegenseite bekam Janosik viel zu viel Platz vor Grubauer und Tatar schloss gefährlich ab. Es wurde spielerisch nach Lösungen gesucht und um jeden Zentimeter auf dem Eis gerungen. Es kam heute auf die berühmten Kleinigkeiten an, die spielentscheidend sein konnten. Die Slowakei passte sich dem Körperspiel mittlerweile besser an. Minariks Versuch ging knapp daneben und Pföderl kehrte nach dem harten Check, den er hinnehmen musste, wieder aufs Eis zurück. Die Slowaken hatten nun ein Chancenplus, sahen sich aber einem deutschen Powerplay in den letzten beiden Spielminuten des ersten Drittels gegenüber, was gut aufgezogen wurde aber letztlich erfolglos blieb.In einem klasse Match trennte man sich leistungsgerecht mit einem torlosen Remis in die erste Pause.

Im zweiten Drittel erzielte Plachta früh in der zweiten Spielminute die Führung für Team Deutschland, als er im Coast to Coast mit einer tollen Energieleistung durch die slowakische Zone marschierte und sein Pass vom Slowaken ins Tor bugsiert wurde. Dies war ein Geniestreich des Mannheimers und tat den Jungs um Söderholm richtig gut. Die Slowakei antwortete mit wütenden Angriffen auf diesen Nackenschlag, doch Tatar kam nicht an Grubauer vorbei. Deutschland hatte nun das Momentum auf seiner Seite und vor allem Eisbär Wissmann agierte bei seiner ersten WM mit klugen Entscheidungen.

Nach dem Powerbreak erhöhte dank viel Geschwindigkeit und Geradlinigkeit der zweite Eisbär Pföderl mit der Rückhand auf 0 zu 2. Es war die 27. Spielminute in einem weiterhin rasanten Match. Keeper Grubauer war dann gefordert, doch er hielt seinen Kasten sauber. Immer wieder ließ der Youngster Slafkovsky sein geniales Können aufblitzen. Der Protagonist mit der Nummer 20 befindet sich für den bevorstehenden NHL Draft unter den Top 5 der potentiellen Kandidaten. Als MVP des olympischen Turniers mit sagenhaften 7 Toren lag er definitiv gut im Rennen. Nachdem die Scheibe nicht konsequent herausbefördert werden konnte, verkürzte Pospisil in der 32. Spielminute mit dem Bauerntrick auf 1 zu 2 und die lautstarken slowakischen Fans waren obenauf. Nun hieß es cool zu bleiben und dem neuen Schwung der Slowaken keine weitere Nahrung zu geben. Hierzu bekam das DEB Team das zweite Powerplay zugesprochen, welches nach einem Stockschlag gegen Stützle sogar auf 5 gegen 3 ausgedehnt wurde. Leider blieben die deutschen Bemühungen fruchtlos, auch weil das Team um Coach Ramsay hervorragend verteidigte. Die deutsche Mannschaft ließ jetzt einige hochkarätige Chancen liegen, hoffentlich rächte sich dies nicht. Es wurde nun im Mittelabschnitt mit offenem Visier agiert, hüben wie drüben wurden beste Gelegenheiten nicht genutzt.

Es wurde weiterhin extrem hart gekämpft und die Slowakei übte ganz viel Druck auf, nachdem Grubauer sogar noch seinen Stock verlor und trotzdem zwei wichtige Saves auspackte. Chapeau! Eine halbe Minute vor der Sirene galt es die erste Unterzahl zu überstehen und diese hauchdünne Führung in den Schlussabschnitt mitzunehmen, was auch gelang. 40 intensive und emotionale Minuten waren absolviert und das DEB Team blieb in Front.

Leidenschaftlicher Einsatz sicherte die ersten drei Punkte

Gleich zu Beginn des Schlussabschnitts Welt verkehrt, denn nun durfte die Slowakei in doppelter numerischer Überlegenheit performen. Loibl blockte heroisch gleich drei Schüsse weg, Leidenschaft pur in Unterzahl. Die deutsche Mannschaft verteidigte grandios, kommunizierte sehr gut untereinander und Grubauer gab weiterhin keine Rebounds her. Die Moral stimmte im Team, nur Holzer verzeichnete momentan relativ kurze Eiszeiten, was irritierte.

Die Slowakei drückte nun stark und die Zweikämpfe an der Bande wurden weiterhin intensiv geführt. Es machte viel Spaß, dieses rasante Match zu verfolgen und die deutschen Fans lagen stimmgewaltig in Front. Ehl verpasste den dritten Treffer bei einem toll vorgetragenen Angriff. Auf den bärenstarken Grubauer konnte man sich beruhigt verlassen, sein Markenzeichen war oft das weite Herauskommen, um den Winkel zu verkürzen.  Die Stützle, Seider Formation befand sich sehr oft auf dem Eis und sorgte für viel Unruhe und Gefahr vor Rybar. Jeder zeigte enormen Einsatz und setzte sich für seine Mitspieler ein, es war ein gut harmonierendes und kompaktes Teamgefüge. Im 3 auf 2 Konter hatte Deutschland Glück, als der Puck mal kurz frei war. Seiders Übersicht bei seiner enormen Eiszeit war schon sehenswert und die letzten 5 Minuten brachen an, die sogenannte Crunch Time. Wann würde Headcoach Ramsay seinen Goalie ziehen? Die Slowaken erhöhten den Druck und Grubauer stand im Fokus. Slafkovsky übernahm nun Verantwortung und Söderholm nahm die Auszeit. Immer wieder schaffte es das DEB Team, den Aufbau der Slowaken zu unterbinden. Rybar ging 2 Minuten vor dem Ende vom Eis. Regenda und Nemec wirbelten nochmals vor dem Tor und 56 Sekunden mussten noch schadlos absolviert werden.

In einem wahren Thriller gewann Deutschland am Ende verdient mit 1 zu 2 gegen starke, ebenbürtige Slowaken und war im Turnier ergebnistechnisch angekommen. Es war ein echter Kraftakt und eine Energieleistung der Jungs um Söderholm. Als bester Spieler von Deutschland wurde Goalie Grubauer verdientermaßen ausgezeichnet, während bei den Slowaken Liska geehrt wurde.

Samstag, 14. Mai 2022
Slowakei – Deutschland 1:2 (0:0|1:2|0:0)

Tore:
0:1 |02| Plachta
0:2 |27| Pföderl (Noebels
1:2 |32| Pospisil (Janosik, Tamasi)

 

Artikel: Badertscher / Graßl
Fotos: Läzdäns / Semino