Auch wenige Tage nach der bitteren Entscheidung am runden Tisch und dem damit verbundenen CHL-Aus des HC Bozen ist die Enttäuschung bei den Südtirolern noch immer ins Gesicht geschrieben. Nach der coronabedingten Spielabsage am Mittwoch bei Lukko Rauma erhielten die Bozener schlichtweg keine Chance mehr, um die 1:3 Pleite aus dem Hinspiel vergangene Woche auszubessern. Das Gremium der Champions Hockey League entschied in windeseile das südtiroler Aus im Achtelfinale. Und das, obwohl nur 60 Minuten und somit nur das Hinspiel durchgeführt wurden. Ganz nach dem Motto: “Irgendwie muss es ja weitergehen!”. In einer schriftlichen Stellungnahme äußerte sich der HC Bozen bereits am Mittwoch, wenige Stunden nach dem Ausscheiden ohne Rückspiel, enttäuscht über das unfaire Vorgehen der Verantwortlichen der Champions Hockey League und stellte die Sinnhaftigkeit des Bewerbs unter solchen Voraussetzungen in Frage.

Anwälte arbeiten an rechtlichen Schritten

Die Verantwortlichen des HC Bozen wüten seither und ließen die Entscheidung gegen den ICE-Topklub aus dem Norden Italiens nicht auf sich sitzen. Nach eishockeyonline.at Informationen prüfte der Klub umgehend rechtliche Schritte und pocht dabei auf die Unterstützung der heimischen Eishockey-Liga sowie des nationalen italienischen Eishockey-Verbandes: “Unsere Anwälte prüfen derzeit, welche Schritte wir unternehmen können. Der italienische Eissportverband (FISG) und die bet-at-Home Ice Hockey League werden uns in diesem Kampf sicherlich unterstützen.”, gab HCB-Präsident Dieter Knoll gegenüber eishockeyonline.at preis.

Peinliche Absage per Telefon

Auch über die Art und Weise wie die CHL das Ausscheiden kommunizierte zeigen sich die Italiener maßlos enttäuscht: “Wir haben einen Anruf erhalten, in dem uns die Entscheidung mitgeteilt wurde. Das Team hat davon erfahren, als es praktisch schon entschieden war. Man sagte uns, wir könnten nun die Heimreise antreten. Auch die Spieler sind extrem enttäuscht!”, führte das Klub-Oberhaupt auf Nachfrage aus.

Die CHL-Führung um Alexander Jäger entschied jedoch gegen den HCB und setzte Lukko Rauma in das Viertelfinale der Champions Hockey League. Die Finnen verloren kein Wort über die Geschehnisse und freuen sich in der Runde der letzten Acht auf Red Bull München aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Hohn und Spott für CHL im Netz

In den Sozialen Medien kam die Entscheidung der Champions Hockey League alles andere als gut an. So gründeten einige User den Hashtag #ClownHockeyLeague (CHL) und ließen ihrer Wut in den Kommentaren freien Lauf. Der Image-Schaden der europäischen Königsklasse ist zumindest perfekt.

 

Artikel: Mathias Funk | Foto: Vanna Antonello