Trotz der drastischen pandemischen Lage wurde am Freitagabend in der bet-at-Home Ice Hockey League um Punkte gekämpft. Lediglich die Partie zwischen dem HC Innsbruck und Fehervar AV19 konnte aus medizinischen Gründen, vier Haie wurden am Freitag positiv gegen das Coronavirus getestet, ausfallen. Sportlich hatte der Freitag aber einiges zu bieten. So feierten Salzburg und der HC Pustertal klare Siege. Für Wien, Linz und Dornbirn setzte es hingegen Schlappen.

Rote Bullen führen Tabellenführer vor

Die Red Bulls aus Salzburg mussten am Freitag Abend in der ICE Hockey League Saison 2021/2022 beim Tabellenführer in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana antreten und konnten einen 7:2 Kantersieg einfahren. Das Team von Headcoach Matt McIlvane antwortete somit stark auf die herbe Pleite am Mittwoch in der Königsklasse.

Tabellenführer verschläft erstes Drittel
Salzburg legte los wie die Feuerwehr. Nach 59 Sekunden lag die Scheibe zum ersten Mal im slowenischen Gehäuse. Ljubljana war noch nicht wach und so folgte in Überzahl in der 6. Minute das 0:2 durch Ty Loney direkt vom Bullykreis. Der unglückliche Goalie Us Zan verlor Sekunden später den Puck hinter dem eigenen Tor und so schob Ali Wukovits zum 0:3 ins leere Tor ein.

Danach nahm Ljubljana eine Auszeit und tauschte den Torhüter aus, für Us Zan kam nach nur sechs Minuten Paavo Holsa in den Kasten. Salzburg war auch nach dem Wechsel weiterhin druckvoll und machte drei Mal mit dem Gestänge Bekanntschaft. Gegen Ende des ersten Drittels hatten die Drachen aus Ljubljana die ersten guten Chancen durch Nationspieler Ziga Pance. Den Schlusspunkt in einem aussergewönlichen ersten Drittel setzte dann aber Peter Schneider mit dem 0:4.

Erneuter Wechsel im slowenischen Tor
Auch im Mittelabschnitt bekamen die Zuschauer in der Tivoli Hala einiges geboten. Die erste große Chance gehörte den Hausherren, doch dann trafen erneut die Red Bulls fast im Gegenzug durch das zweite Tor von Wukovits. Bei diesem Treffer verletzte sich der Goalie Holsa und so kam US Zan wieder zurück in das Gehäuse. Er machte danach einen wesentlich besseren Eindruck als bei seinem ersten Auftritt in den ersten sechs Minuten.

Bei einem Powerplay gab es dann endlich den Jubel für die in grün gekleideten Ljubljaner, als der Top Scorer der Liga Leclerc zum 1:5 traf. Mit diesem Treffer gab es im slowenischen Spiel etwas Auftrieb, doch Salzburg nutzte weiterhin fast jede Chance und so war es Raffl (33.), der das 1:6 erzielte.

Ein versöhnliches letztes Drittel
Im letzten Drittel war dann ein bisschen die Luft raus, obwohl die Zweikämpfe weiterhin hart geführt wurden und Ljubljana versuchte, wenigstens dieses Drittel für sich zu entscheiden. Dieses Unterfangen blieb erfolglos, da Florian Baltram mit seinem zweiten Treffer im Powerplay das Ergebnis auf 1:7 erhöhte. Kurz vor dem Ende rutsche Atte Tolvanen ein Schuss von Sebastien Piche zum 2:7 Endstand durch die Schoner.
Schon am Sonntag geht es für die Mozartstädter im Liga-Alltag weiter. Während die Eis-Bullen daheim auf die Graz 99ers treffen, genießen die Slowenen einen spielfreien Sonntag.

bet-at-Home Ice Hockey League | Saison 2021/2022
HK SZ Olimpija – EC Red Bull Salzburg 2:7 (0:4|1:2|1:1)

Tore:
0:1|01.|Florian Baltram
0:2|06.|Ty Loney PP
0:3|06.|Ali Wukovits
0:4|20.|Peter Schneider
0:5|23.|Ali Wukovits
1:5|25.|S. Leclerc PP
1:6|33.|Thomas Raffl
1:7|51.|Florian Baltram PP
2:7|57.|Sebastien Piche

Zuschauer: 1.647


Rotjacken jubeln in der Stahlstadt nach Shoot-Out

Trotz der an diesem Freitag schwer diskutierten neuen COVID-19-Schutzmaßnahmen und der Einführung einer Impfpflicht für Österreich empfingen die Steinbach Black Wings Linz den KAC in der Linz AG Eisarena. Den deutlich besseren Start legten die Gäste aus Klagenfurt hin. Nach nur sechs gespielten Minuten traf Daniel Obersteiner zum 1:0 aus Sicht der Kärntner.

In der ersten Hälfte des zweiten Abschnittes gelang es den Linzern kaum aus dem eigenen Drittel zu kommen, wodurch sich viele Möglichkeiten für die Gegner ergaben. Schlussendlich war es die Nummer 80 des KAC, Nikolaus Kraus, der zur 2:0 Führung treffen konnte. Während der Torschütze des ersten Treffers für die Klagenfurter an diesem Abend wegen Hakens auf die Strafbank musste, erzielte Emil Romig das Befreiungstor für die Linzer. Nach einem Zuspiel von Josh Roach platzierte er den Puck über der Fanghand von Sebastian Dahm im Tor.

Der letzte Abschnitt entwickelte sich ausgeglichener. Die Gäste aus Klagenfurt waren sich zum Ende hin jedoch zu früh sicher die drei Punkte mit nach Hause nehmen zu können. Denn der Linzer Verteidiger Blaz Gregorc konnte 40 Sekunden vor dem Schlusspfiff mit einem Schlagschuss den Ausgleich zum 2:2 erzielen. Nachdem die Overtime torlos blieb, entschied dennoch schlussendlich der KAC nach langem Shootout die Partie für sich. Am Sonntag werden sie in der Klagenfurter Stadthalle den HC Orli Znojmo empfangen während die Linzer ihre Reise nach Bozen antreten werden.

Graz macht gegen Wien kurzen Prozess

Im ersten Heimspiel nach dem International Break wollten die 99ers nach der Niederlage beim Ligaschlußlicht wieder punkten und der Gegner waren die Caps aus Wien.

Die Gastgeber eröffneten die Partie mit einer Großchance nach wenigen Sekunden und blieben am Drücker. In der 6. Minute tauchten dann auch die Caps das erste mal vor dem Grazer Tor auf. Die 99ers in dieser Phase sehr bemüht und auch gefährlich. In der 10. Minute die nächste Großchance für Graz. In der 15. Minute war es aber doch soweit und die 99ers gingen verdient in Führung, Torschütze war Lukas Kainz. So auch der erste Pausenstand.

Nach der Pause präsentierten sich die Gäste etwas aktiver und präsenter. Die 99ers hielten dagegen ohne sich jedoch in Szene setzen zu können. Danach plätscherte die Partie so dahin ohne Highlights. Auch ein Powerplay der Capitals blieb ohne zählbare Erfolge. So endete das Mitteldrittel torlos.

Die letzten 20 Minuten begannen die 99ers in Überzahl und bauten prompt Ihre Führung aus. Nach schöner Kombination trifft Andrew Gordon mit einem Hammer zum 2:0. Die Grazer jetzt wieder etwas konzentrierter als noch im 2.Drittel. Es ging hin und her ohne zwingende Torchance. Sechs Minuten vor dem Ende hätten die 99ers die Möglichkeit gehabt in Überzahl eine Vorentscheidung herbeizuführen, ließen aber aus. Ein weiteres Powerplay der Hausherren brachte nichts ein, In der 58. Minute ging David Kickert aus dem Tor der Caps, zugunsten eines sechsten Feldspielers. Die Grazer fingen sich noch eine Strafe wegen Spielverzögerung ein, doch Joey Martin machte mit seinem Empty Net Treffer wohl alles klar. Ein 3:0 Sieg der der Grazer Seele gut tat.

Klare Sache im “Battle of Südtirol”

Im Südtiroler-Derby setzte sich am Freitag der Liga-Neuling klar durch. Der HC Pustertal schlug den HC Bozen am Ende verdient mit 6:2 und setzt damit im norden Italien ein enormes Ausrufezeichen. Vor 1900 Zuschauern in Bruneck jubelten zunächst jedoch die Gäste, welche durch Mike Halmo in Führung gehen konnten. Der Treffer der Füchse ging wie ein Weckruf durch die neue Eishockey-Arena in Bruneck, denn fortan spielten nur mehr die Hausherren. Emil Kristensen, Zach Budish, Matthias Mantinger, Shane Hanna und Doppelpacker Max Gerlach schenkten den Gäste das halbe Dutzend ein. Auch das zwischenzeitliche 2:2 durch Andreas Bernard ließ die Wölfe an diesem Abend kalt. Der HCP krönte sich am Ende verdient zum Südtiroler Derbysieger und verließ damit auch das Tabellen-Ende der bet-at-Home Ice Hockey League.

Overtime-Krimi in Znojmo

Weniger deutlich als in Ljubljana und im Pustertal war es am Freitag in Znojmo. Die Adler taten sich gegen bissige Bulldogs aus Dornbirn lange schwer und benötigten eine Overtime, um den Heimsieg zu fixieren. Gegen die Vorarlberger sorgte Ryan Culkin in Minute 61 für den Game-Winner zum 2:1 und den damit verbundenen wichtigen Zusatzpunkt am Freitag.

Die Ergebnisse vom Freitag in der Zusammenfassung:

Orli Znojmo vs. Dornbirn Bulldogs 2:1 n.V
HK SZ Olimpija vs. Red Bull Salzburg 2:7
Black Wings Linz vs. EC KAC 2:3 n.P
Graz 99ers vs. Vienna Capitals 3:0
HC Pustertal vs. HC Bozen 6:2


Artikel: Viktoria Hackl / Christian Diepold / Gert Rauch / Mathias Funk | Fotos: Marija Diepold / Eisenbauer / Iwan Foppa