Am Montag ist die win2day ICE Hockey League-Saison 2021/22 mit dem siebenten Meistertitel in der Vereinsgeschichte des EC Red Bull Salzburg zu Ende gegangen. Ein Rückblick auf eine herausfordernde Spielzeit.

Der EC Red Bull Salzburg übernahm am 12. Dezember 2021 mit einem Sieg in Bozen die Tabellenführung vom Überraschungsteam HK SŽ Olimpija. Die Salzburger gaben den Platz an der Spitze bis zum Ende des Grunddurchgangs nicht mehr ab und waren auch in den Playoffs das Maß der Dinge. Die Red Bulls stürmten ohne Niederlage zum siebenten Titelgewinn der Vereinsgeschichte – zum zweiten Mal nach den spusu Vienna Capitals (2017) gelang einem Team somit die „Perfect Postseason“. Mit der Meisterfeier am Donnerstag in der Eisarena Salzburg erfolgt nun der Abschluss der Saison 2021/22.

Erstmals mit 14 Teams wurde die Spielzeit am Freitag, den 17. September eröffnet. Neben Rückkehrer HC Tesla Orli Znojmo gaben auch die Newcomer HK SZ Olimpija Ljubljana und HC Pustertal Wölfe ihr Liga-Debüt.

Liga in tiefer Trauer

Am 30. Oktober brach Boris Sádecký während eines Ligaspiels ohne Fremdeinwirkung zusammen. Wenige Tage später ereilte die ICE-Familie mit großer Bestürzung die tragischen Nachrichten über das Ableben Sádecký’s sowie Bratislava Capitals-Manager Dušan Pašek. Dies versetzte die gesamte ICE Hockey League in Fassungslosigkeit und tiefe Trauer. Innerhalb der Liga-Familie wurde in den drauffolgenden Runden in allen Arenen emotional Abschied genommen. In Gedenken an Dušan und Boris trugen alle Spieler bis zum Saisonende das Bratislava Capitals Logo sowie die Nummer 10 auf ihren Helmen.

Die iClinic Bratislava Capitals zogen sich nach den tragischen Ereignissen aus dem Spielbetrieb für die Saison 2021/22 zurück. Der Rückzug wurde mit Verständnis, jedoch großem Bedauern zur Kenntnis genommen.

Umstellung auf Punkteschnitt

Nach dem Rückzug der iClinic Bratislava Capitals wurde die Wertung des Grunddurchganges auf das unter anderem in der DEL bewährte Punkteschnitt-System umgestellt. So konnten einerseits die bisherigen Resultate gegen den Hauptstadtclub aus Bratislava in der Wertung beibehalten und andererseits die bevorstehenden Spiele ohne Strafverifizierungen aus dem Spielplan genommen werden. Diese Vorgehensweise hat sich nach ausführlicher Beratung als fairste Lösung für alle Teams erwiesen. Des Weiteren wurde durch die Umstellung auf das Punkteschnittsystem die Möglichkeit geschaffen kurzfristig und flexibel auf Pandemie-bedingte Spielausfälle flexibel zu reagieren.

Arenen füllten sich wieder

Nach eineinhalb Jahren ICE-Betrieb mit starken Zuschauereinschränkungen bzw. teilweise vor komplett leeren Tribünen, durften die Fans ab Februar 2022 wieder uneingeschränkt zurückkehren. Die wichtigste Komponente des ICE-Hockey-Feelings füllte die Arenen wieder lautstark mit Stimmung. Die Spieler dankten es mit Toren am laufenden Band. In Summe wurden im Grunddurchgang der Spielzeit 2021/22 1905 Tore bejubelt – das entspricht einem Schnitt von 5,97 Treffern pro Begegnung.

win2day neuer Titelsponsor

Zu Beginn der Postseason wurde mit win2day ein neuer Titelsponsor und offizieller Wettpartner der ICE Hockey League präsentiert. Die Vereinbarung mit der Spieleseite der Österreichischen Lotterien wurde bis inklusive des Spieljahrs 2024/25 abgeschlossen.

Mehr als 100.000 Zuschauer in den Playoffs

Mit der Rückkehr der Zuschauer in die Arenen und mit neuem Titelsponsor, zeigte sich das große Interesse an der win2day ICE Hockey League auch bei den Fanzahlen. In der Postseason strömten 109.208 Fans in die Eishallen. Und die wurden mit packenden Spielen in der Postseason, die erstmals in der ICE-Geschichte mit Pre-Playoffs gestartet wurde, belohnt.

Im Viertelfinale gingen gleich zwei Serien über die volle Distanz von sieben Spielen. Dabei wurde nicht nur der amtierende Meister EC-KAC von ersatzgeschwächten spusu Vienna Capitals entthront, sondern auch der Newcomer HK SZ Olimpija Ljubljana forderte den EC Grand Immo VSV über sieben Spiele, in einer Serie, in der ein neuer Torrekord aufgestellt wurde. Im Halbfinale marschierte dann neben dem favorisierten EC Red Bull Salzburg auch erstmals Hydro Fehérvár AV19 in beeindruckender Manier durch.

Gleich zum Auftakt der Finalserie mit dem Endspiel-Debütanten aus Ungarn wurde der nächste Rekord gebrochen: In Spiel 1 des Finales lieferten sich der EC Red Bull Salzburg und Hydro Fehérvár AV19 einen knapp 85-minütigen Kampf – das längste Finale in der ICE-Geschichte. Ähnlich knapp verliefen die weiteren Begegnungen, in denen aber der spätere Meister EC Red Bull Salzburg stets die Oberhand behielt.

Drei individuelle Auszeichnungen

Es wurden wieder drei Ehrungen für individuelle Leistungen vergeben. Peter Schneider vom EC Red Bull Salzburg wurde von den Fachjournalisten zum Most Valuable Player (MVP) der Regular Season gewählt. Auf dem zweiten Platz landete Teamkollege T.J. Brennan, Dritter wurde John Hughes vom EC GRAND Immo VSV.

Mit Abschluss der Finalserie wurde auch die Auszeichnung zum Most Valuable Player (MVP) der Playoffs vorgenommen. Diese erhielt mit Atte Tolvanen ein weiterer Spieler aus Salzburg. Mitt wichtigen Paraden und einer Fangquote von über 95 Prozent hatte der 27-jährige Finne großen Anteil am Titelgewinn. Die von Fans, den Experten von TV-Partner PULS 24 und Journalisten vorgenommene Wahl zum Opel & Beyschlag Young Star der Saison gewann Benjamin Lanzinger vom EC GRAND Immo VSV. Mit 13 Toren und 13 Assists avancierte der 22-Jährige zu Villachs bestem heimischen Scorer.

Die Einzelkönner

John Hughes vom EC GRAND Immo VSV war mit 66 Punkten (20G|46A) Top-Scorer der abgelaufenen Saison. Die Villacher stellten mit Scott Kosmachuk (33) auch den besten Torschützen. Die Torhüter-Wertung gewann Salzburgs Schlussmann Tolvanen mit einer Fangquote von 93 % und einem GAA von 1,77. Allgemein waren die Goalies oft im Fokus: Mit 55 Shutouts – 51 im Grunddurchgang, vier in den Playoffs – wurde nämlich ein neuer Saisonrekord aufgestellt. Der meistbestrafte Spieler der Liga war Rafael Rotter von den Steinbach Black Wings Linz. (122 PIM).

Große Erfolge in der CHL

Auf europäischer Ebene feierten der EC-KAC, der EC Red Bull Salzburg und der HCB Südtirol Alperia einige Erfolge. Erstmals seit Bestehen der Champions Hockey League beendete die win2day ICE Hockey League das Liga-Ranking einer Champions Hockey League-Saison auf dem ersten Rang. Für die kommende Kampagne sind der EC Red Bull Salzburg, EC GRAND Immo VSV und Hydro Fehérvár AV19 qualifiziert. Die Gruppenphase startet am 1. September. Die Auslosung für die acht Vierergruppen wird am 25. Mai im Rahmen der IIHF Weltmeisterschaft im finnischen Tampere vorgenommen.

Endtabelle win2day ICE Hockey League Saison 2021/22

1. EC Red Bull Salzburg *
2. Hydro Fehérvár AV19 **
3. EC GRAND Immo VSV *
4. spusu Vienna Capitals
5. HC Pustertal Wölfe
6. HK SŽ Olimpija
7. HC Tesla Orli Znojmo
8. EC-KAC
9. HCB Südtirol Alperia
10. Moser Medical Graz99ers
11. HC TIWAG Innsbruck – die Haie
12. Dornbirn Bulldogs
13. Steinbach Black Wings Linz

Foto: Hannes Franke