In der Alps Hockey League wird es in diesen Tagen ruhiger, genießen auch hier die Klubs das International-Break. Zwar stehen die Teams weiter für Trainingseinheiten auf dem Eis, Entspannung gab bzw. gibt es für die Spieler somit nur kurz. Nach der ersten Hälfte des Grunddurchgangs steht Top-Favorit Jesenice wie erwartet auf der Eins, dahinter folgen die Jungbullen aus der Red Bull Eishockey Akademie, Neo-Klub und Überraschungsteam Unterland Cavaliers – konnten als einziges Team Leader Jesenice bezwingen – sowie die Eisbären aus Zell am See. Die große Enttäuschung der bisherigen Saison kommt aus Lustenau. Die Löwen – vergangene Saison noch im Playoff-Halbfinale – erlebten einen „Stotter-Start“ und rangieren derzeit mit nur mageren 15 Punkten auf Rang elf. Zum Vergleich: Der Rangvierte, die Zeller Eisbären, haben mehr als doppelt so viele Körndl auf dem Konto.

Adler-Boss Volker Zeh im Gespräch: “Unser Ziel war und ist auch weiterhin das Erreichen der Top-8!”

Nur Neueinsteiger Unterland konnte Leader und Top-Favorit Jesenice bezwingen      

Leader Jesenice heimste von möglichen 42 Punkten satte 39 ein. Lediglich gegen die Unterland Cavaliers drehten die Slowenen eine „Nullrunde“. Die Klub-Bosse waren sich schon vor Saisonstart einig: “Der Titel geht heuer nur über Jesenice”. Doch ambitionierte Vereine und Mannschaften gibt es nicht nur in Slowenien und im nördlichen Italien, sondern auch in Österreich. So verstärkten sich im Sommer neben den Zeller Eisbären auch die Adler aus Kitzbühel. „Wir haben immer gesagt, dass wir in die Top-Acht einziehen wollen“, sagte Volker Zeh auf Nachfrage von eishockeyonline.at. Mit Rang sieben hätten die Tiroler das Minimalziel somit derzeit inne und dennoch ist man in der Gamsstadt noch nicht vollständig zufrieden. „Wir hatten unsere Ausrutscher, die uns in dieser Form nicht mehr passieren dürfen“, setzte der Deutsche fort. Zeh wisse jedoch, woran das Trainerteam um Neo-Coach Marco Pewal „ansetzen“ müsse und resümierte die erste Hälfte des Grunddurchgangs grundsätzlich als „zufriedenstellend“.

Liga so stark wie nie?

Der KEC-Boss zeigte sich auch generell über die Entwicklung der Alps Hockey League (AHL) zufrieden und sieht den Wegfall der VEU Feldkirch (3.Liga) und Asiago (ICE) keineswegs als Rückschritt. „Ich bin der Meinung, dass unsere Liga so stark ist, wie nie zuvor. Speziell an den Ergebnissen, welche meist knapp ausgehen, kann man das sehr gut sehen“, so Zeh, der den Einstieg der Unterland Cavaliers zweifellos als Gewinn bewertet. „Jeder dachte, die hauen wir weg! Doch wir haben uns getäuscht“, schmunzelte der Präsident der Kitzbüheler über die starke Positionierung des Neulings und lobte speziell die Einkaufspolitik der Unterländer. „Die Verantwortlichen haben eine wirklich gute Mannschaft zusammengestellt“, fügte der Unternehmer hinzu. Am Nationalfeiertag leuchteten zeh’s Augen dann noch mehr, als zum Derby bei den Zeller Eisbären gleich 2.309 Zuseher in die Halle pilgerten und ein rassiges Match zwischen dem EKZ und Kitzbühel verfolgten. Die Eisbären sicherten sich am Ende einen denkbar knappen Sieg, enttäuscht zeigte man sich am Fuße des Hahnenkamms jedoch nur kurz. „Das war schon cool! Wenn so viele Leute in die Halle strömen, ist das besonders für das Eishockey in Österreich eine wunderbare Werbung“, zog der 57-Jährige positive Rückschlüsse von der Derby-Pleite, welche trotz ausbleibender Punkte positiv in Erinnerung blieb.

Eisbären-Geschäftsführer Patrick Schwarz sieht im Vergleich zur Vorsaison eine verbesserte Alps Hockey League (AHL).

Auch Patrick Schwarz, welcher bei den EK Zeller Eisbären die Geschicke leitet, sieht 2022/2023 eine qualitativ verbesserte Liga. „Besonders in der Breite ist die Alps Hockey League heuer besser aufgestellt. Denn durch den Wegfall von Asiago haben sich gute Spieler auf andere Klubs aufgeteilt“, so der 31-Jährige gegenüber eishockeyonline.at. Der Pinzgauer lobte ebenso wie Volker Zeh Neueinsteiger Unterland. „Die Cavaliers gefallen mir sehr gut. Es hat wohl niemand damit gerechnet, dass sich diese Mannschaft so konstant im oberen Tabellendrittel halten kann“, staunte Schwarz über die Italiener. Der Eisbären-Boss ist gespannt, ob sich die „Cavs“ auch in den kommenden Wochen so weit oben in der Tabelle halten können. „Im Moment spricht alles dafür“.

Löwen trotz Krise selbstbewusst 

Weiter westlich des Landes lief es in der ersten Grunddurchgangs-Hälfte hingegen weniger gut. Denn während sich der EHC Lustenau als letztjähriger Halbfinalist auf Rang elf wiederfindet, kämpfte sich der EC Bregenzerwald immerhin, oder nur, in die Top-10 der Alps Hockey League. „Ich glaube schon, dass man beim EHC sehr enttäuscht ist. Aber so wie ich Herrn Oberscheider kenne, wird in der Pause hart am sportlichen Erfolg gearbeitet. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass Lustenau auch in den nächsten Wochen noch da unten steht“, glaubt Adler-Präsident Volker Zeh. Auf Nachfrage von eishockeyonline.at erklärte Löwen-Chef Herbert Oberscheider, dass man trotz der bisherigen Ergebnisse weiterhin den Weg mit zahlreichen Spielern aus dem Eigenbau gehen wolle. Den Anfang für die Wende können die Ländler schon kommende Woche beim Gastspiel im Wipptal machen. EHC-Gegner Sterzing zog bereits die Reißleine und trennten sich während des International-Breaks von Headcoach Jussi Tupamäki und sind somit für die Vorarlberger brandgefährlich.

Jungbullen-Coach Teemu Levijoki grüßt mit seinen Red Bull Hockey Juniors von einem starken zweiten Platz!

Jung-Bullen stärkstes Farmteam     

Erwartungsgemäß zeigten sich die Red Bull Hockey Juniors als das stärkste Farmteam der Liga. Während die Steel Wings Linz und das KAC Future Team das Schlusslicht der Liga bilden, lachen die blutjungen Mozartstädter von Rang zwei. Aufgrund der U20 WM zum Ende des Jahres ist der Kalender der Levijoki-Crew voll wie nie, die Salzburger haben somit rund vier Partien mehr auf dem Konto als Leader Jesenice. Wie es die Akademie auch heuer wieder schaffte, eine schlagkräftige Truppe auf die Platte zu stellen, bleibt indes vollen Lobes.

Artikel: Mathias Funk
Fotos: EKZ/eishockeyonline.at/JBF